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Streik-Meldungen25. September 2009 | | Diakonie-Mitarbeiter streiken für bessere Bezüge Lesum. Schluss mit lustig wir können auch anders! Mit diesem Slogan rief die Gewerkschaft ver.di die Mitarbeiter von Friedehorst zum Arbeitskampf auf. Ziel des Streiks: die Bezüge der Beschäftigten im Geltungsbereich Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie der Evangelischen Kirche Deutschland an die allgemeine Einkommensentwicklung des öffentlichen Dienstes und auch der Kirche anzupassen. Am Mittwoch war Streik von 11.30 bis 15 Uhr, zudem in der Mittagspause auch Gelegenheit für die, die nicht mitstreikten, vor dem Tor von Friedehorst ihre Solidarität zu bekunden. |
So kamen zu einer Aktiven Mittagspause gut 75 Mitarbeiter zusammen, um vor dem Tor zu Friedehorst für ihre Forderungen zu demonstrieren. Mit diversen Transparenten: Ein Text lautete: Engel brauchen nicht mehr Lohn! Wir schon!. Bernd Rautenberg, Vorsitzender der Friedehorster Gesamtarbeitnehmer-vertretung, betonte in seiner Eingangsrede, dass wir nicht mehr für den Streik üben, sondern jetzt wirklich streiken, und das, was Friedehorst anbelange, zum ersten Mal. Er verwehrte sich zudem dagegen, dass die Arbeitgeberseite mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht habe, aber: Wir werden keine Ruhe geben, bis unsere Lohnforderungen durchgesetzt sind. Christoph Fantini, stellvertretender Sprecher der Arbeitnehmerseite der Arbeitsrechtlichen Kommission, meinte, dass man nicht streike, weil wir mal so Bock drauf haben, sondern weil uns die Arbeitgeber dazu zwingen. Die diakonischen Dienstgeber seien dabei, die Mitarbeiter nicht nur vom gängigen Tarif abzukoppeln, sondern dazu noch ungleich zu entlöhnen. Die unteren bekommen wenig, während sie den Fachkräften alles zukommen lassen. Und die untertarifliche Bezahlung mit dem Dienst am Nächsten als Göttlichen Auftrag zu begründen, bezeichnete Fantini als absurd. Den Vorrednern schlossen sich weitere Grußadressen und Solidaritätsbekundungen an. Peter Schnaars, ver.di-Bezirksvorsitzender Bremen-Nord/Niedersachsen, meinte: Die Friedehorstmitarbeiter haben das Recht, auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln. Es sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, auf die Straße zu gehen. NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel zollte den Streikteilnehmern angesichts der Bedrohung durch die Arbeitgeber Respekt. Inga Nitz, Bundestagskandidatin der Linken, betonte das gute Recht der Mitarbeiter, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Pastor Rolf Blanke von der Remberti-Gemeinde meinte, er halte sonst Sonntagsreden über Gerechtigkeit, aber heute müssen wir hier sein und Sabine Weinert von der Diakonischen Behindertenhilfe Lilienthal versprach für künftige Aktionen: Wenns weitergeht, sind unsere Mitarbeiter dabei. Friedehorst-Vorsteher Hans-Peter Reeb, in einem späteren Gespräch nach dem Streik befragt, betonte den Begriff der Aktiven Mittagspause und drückte den Mitarbeitern seinen Dank dafür aus, dass sie die Versorgten im Blick behalten hätten. Darüber hinaus bezeichnete er den Aufruf zum Arbeitskampf als eine Ausdrucksmöglichkeit, er selbst zöge ein anderes Vorgehen vor. Wenn ver.di zum Streik aufrufe, um letztendlich das Streikrecht in der Kirche festzuklopfen, dann sei das angesichts der anstehenden Klärung spätestens durch das Bundesarbeitsgericht hinfällig. Des weiteren meinte Reeb, dass die Arbeitsrechtliche Kommission kurz vor einer Einigung stehe: Wir sind in Friedehorst auf einem guten Weg. Stelle sich also die Frage, ob die Aktion jetzt nicht vielmehr eine Mitgliederwerbeveranstaltung von ver.di sei. Reeb meinte abschließend, dass nicht gestreikt worden ist und die Mitarbeiter ihre dienstlichen Pflichten wahrgenommen haben. Im Moment sehe er keinen Anlass, disziplinarisch aktiv zu werden. Von Albrecht-Joachim Baher, Weser Kurier 24. September 2009  | | Mehr Lohn für gute ArbeitAuch von der Ankündigung des Arbeitgebers, rückwirkend ab 1. Juli eine 4-prozentige Zulage zum Gehalt zu zahlen, ließen sich die Kolleginnen und Kollegen der Birkenhof Jugendhilfe in Hannover nicht davon abhalten, dem Streikaufruf von ver.di zu folgen. Wie schon zum Auftakt in der ersten Runde im Oktober letzten Jahres, wie auch im Mai beteiligten sie sich an der ver.di Streik- und Aktionswoche und legten in der Zeit von 10.30 16.00 Uhr unter dem Motto "Mehr Lohn für gute Arbeit Guter Tarifvertrag Gute Arbeit" dieselbige nieder. |
24. September 2009  | | Mitarbeiter der Diakonie fordern bessere BezahlungDas gab es so noch nie: Rund 120 Mitarbeiter der Diakonie sind am Mittwoch mit Transparenten und Trillerpfeifen durch die Freiburger Innenstadt gezogen. Sie protestierten lautstark gegen niedrige Löhne. Unüberseh- und unüberhörbar: der gestrige Protestzug von Diakonie-Mitarbeitern durch die Innenstadt. Bislang war es üblich, dass die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände ohne öffentlichen Arbeitskampf die Bezahlung regeln doch das scheint sich nun zu ändern. Viele Teilnehmer des gestrigen Protestzugs waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Stadtmission Freiburg. |
Die Stadtmission betreibt eine ganze Reihe von sozialen Einrichtungen in der Region, unter anderem Seniorenpflegeheime in Freiburg (Wichernhaus), Breisach, Bötzingen und Lörrach, und beschäftigt insgesamt 550 Menschen. Die Stadtmission ist zudem einer der Arbeitgeber innerhalb der Diakonie, die ihr Personal gemäß den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Diakonie in Baden bezahlen und diese Richtlinien stehen in der Kritik. Sie sehen nämlich seit der letzten Erhöhung der Tarife im öffentlichen Dienst (TVÖD) Anfang 2008, welche in den AVR nicht nachvollzogen wurden, offenbar geringere Löhne vor, als sie etwa kommunale Träger von sozialen Einrichtungen an ihre Leute bezahlen. Laut eines Gehaltsvergleichs der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die den Protestmarsch gestern mitorganisierte, verdient eine Altenpflegerin nach zehnjähriger Tätigkeit gemäß TVÖD 2569 Euro brutto pro Monat, gemäß AVR aber nur 2215 Euro, eine Differenz von 354 Euro oder fast 14 Prozent. Die Teilnehmer forderten denn auch eine Anpassung ihrer Entgelte nach oben. Ein Beschäftigter der Stadtmission etwa sagte: "Diese Unterschiede in der Bezahlung sind falsch. Und auch nicht christlich." Ewald Dengler, Vorstand der Stadtmission, bezeichnete den Verdi-Gehaltsvergleich als unseriös: "TVÖD und AVR unterscheiden in so vielen Punkten, dass solche Gegenüberstellungen immer hinken." Der AVR sei kein Spartarif. "Ich bin völlig mit meinen Mitarbeitern einig, dass eine Tariferhöhung her muss, aber innerhalb des AVR", so Dengler. Angelika Schmidt, Sprecherin des Diakonischen Werks Baden, unter dessen Dach (unter anderem bei der Stadtmission Freiburg) insgesamt 30.000 Menschen arbeiten, warf der Gewerkschaft Verdi vor, nur Mitglieder und Einfluss gewinnen und das bisher gut funktionierende System der partnerschaftlichen Tariffestlegung innerhalb der Diakonie, den sogenannten Dritten Weg, sabotieren zu wollen. 23. September 2009
Streikcafé am Jahnplatz in Bielefeld | | Bundesweite ver.di-Streiks und -Proteste gegen schlechte Bezahlung bei der Diakonie wurden am Mittwoch fortgesetztMit Arbeitsniederlegungen und Protestaktionen im EVKB in Bielefeld, bei der Ev. Jugendhilfe in Herford, im Wittekindshof, im Diako in Bremen, in der Ev. Jugendhilfe Friedenshort in Freudenberg, bei den Johannesanstalten in Mosbach und Schwarzach, bei der Gemeindediakonie Mannheim und bei der Stadtmission Freiburg setzte die Gewerkschaft ver.di die Aktionen für eine angemesse Bezahlung der Diakonie-Beschäftigten fort. An den Streiks und Aktionen haben mehrere hundert Beschäftigte trotz massiver Bedrohungen durch die Arbeitgeber teilgenommen. Die Streiks und Aktionen werden am morgigen Donnerstag fortgesetzt. |
23. September 2009  | | Die Streik- und Aktionswoche hat mit Aktionen und Protesten in Freudenberg, Lübeck und in Südbaden begonnen Freudenberg: Dunkel gepunktet präsentierte sich gestern der Abendhimmel über Freudenberg. Schwarze Luftballons schwebten über der Innenstadt, angefeuert vom Applaus der rund 70 Demonstranten, die sich zuvor zur Schlusskundgebung an der Krottorfer Straße versammelt hatten. |
Zur Demonstration innerhalb der Kirchenaktionswoche in NRW aufgerufen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Der Vorwurf der Gewerkschafter: Kirchliche Arbeitgeber nutzten den verfassungsrechtlichen Sonderstatus der Kirchen, um Löhne abzusenken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Betroffen seien Mitarbeiter diakonischer Einrichtungen, die nach AVR des Diakonischen Werks der EKD bezahlt würden, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kirchlicher Kindergärten, Krankenhäuser, der Behindertenhilfe sowie der Diakonie, für die der BAT kirchliche Fassung gelte. Es gibt kein einheitliches Tarifwerk, sondern nur viele unterschiedliche Vereinbarungen, erklärte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Boller-Winkel gegenüber der SZ. Der von den kirchlichen Arbeitgebern propagierte dritte Weg sehe keine Tarifverhandlungen vor, sondern nur Gespräche in einer arbeitsrechtlichen Kommission zwischen Arbeitegbern und Arbeitnehmern. Er sei nicht praktikabel und akzeptabel, denn, so formulierte es später Harald Afholderbach vom Kredenbacher Krankenhaus: Die kirchlichen Arbeitgeber wollen den Sonderstatus als Wettbewerbsvorteil missbrauchen. Das sahen auch die Demonstranten an ihrer ersten Station (ev. Jugendhilfe Friedenshort) so. Dort hing ein Transparent am geschlossenen Tor: Kein Arbeitskampf unter dem Kreuz, stand in großen Lettern darauf, dies schließe der dritte Weg aus. Wir kämpfen für eine Lohnerhöhung von mindestens 8 Prozent, verkündete Friedenshort-Mitarbeiter Sebastian Kenn. Die Arbeitgeber hätten den dritten Weg zudem selbst verlassen, denn jahrelang habe es keine Gehaltserhöhungen gegeben, die Nachzahlung für die Gehaltsrunde 2004 kam 2007, und in der gegenwärtigen Lohnrunde werde man hingehalten. Am Mittwoch wollen die Gewerkschafter im Friedenshort von 6 bis 22 Uhr einen Warnstreik organisieren, ab 9 Uhr folgt in der Weidenauer Bismarckhalle eine Streikversammlung. Kritik auch vor dem diakonischen Altenzentrum Freudenberg, der nächsten Station: Pflege brauche eine bedarfsgerechte Arbeitsausstattung und eine soziale Anerkennung, um die Bezahlung attraktiver zu machen, betonte Afholderbach. Wenige Meter weiter dann Station drei: das Bethesda-Krankenhaus. Dort forderte Ilona Winschel als Mitarbeiterin die Gleichstellung der Arbeitnehmer mit dem öffentlichen Dienst, denn unsere Leistung ist die gleiche. Es kann nicht sein, dass wir unter schlechteren Bedingungen arbeiten. Nahe der Freudenberger Stadtkirche dann machte Mechthild Boller-Winkel auf die Situation der kirchlich beschäftigten Erzieherinnen aufmerksam. Gleiches Geld für gleiche Arbeit, forderte auch sie unter dem Applaus der Zuhörer. Bericht Siegener Zeitung vom 22.09.2009 25. September 2009 | | Diakonie-Mitarbeiter streiken für bessere Bezüge Lesum. Schluss mit lustig wir können auch anders! Mit diesem Slogan rief die Gewerkschaft ver.di die Mitarbeiter von Friedehorst zum Arbeitskampf auf. Ziel des Streiks: die Bezüge der Beschäftigten im Geltungsbereich Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie der Evangelischen Kirche Deutschland an die allgemeine Einkommensentwicklung des öffentlichen Dienstes und auch der Kirche anzupassen. Am Mittwoch war Streik von 11.30 bis 15 Uhr, zudem in der Mittagspause auch Gelegenheit für die, die nicht mitstreikten, vor dem Tor von Friedehorst ihre Solidarität zu bekunden. |
So kamen zu einer Aktiven Mittagspause gut 75 Mitarbeiter zusammen, um vor dem Tor zu Friedehorst für ihre Forderungen zu demonstrieren. Mit diversen Transparenten: Ein Text lautete: Engel brauchen nicht mehr Lohn! Wir schon!. Bernd Rautenberg, Vorsitzender der Friedehorster Gesamtarbeitnehmer-vertretung, betonte in seiner Eingangsrede, dass wir nicht mehr für den Streik üben, sondern jetzt wirklich streiken, und das, was Friedehorst anbelange, zum ersten Mal. Er verwehrte sich zudem dagegen, dass die Arbeitgeberseite mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht habe, aber: Wir werden keine Ruhe geben, bis unsere Lohnforderungen durchgesetzt sind. Christoph Fantini, stellvertretender Sprecher der Arbeitnehmerseite der Arbeitsrechtlichen Kommission, meinte, dass man nicht streike, weil wir mal so Bock drauf haben, sondern weil uns die Arbeitgeber dazu zwingen. Die diakonischen Dienstgeber seien dabei, die Mitarbeiter nicht nur vom gängigen Tarif abzukoppeln, sondern dazu noch ungleich zu entlöhnen. Die unteren bekommen wenig, während sie den Fachkräften alles zukommen lassen. Und die untertarifliche Bezahlung mit dem Dienst am Nächsten als Göttlichen Auftrag zu begründen, bezeichnete Fantini als absurd. Den Vorrednern schlossen sich weitere Grußadressen und Solidaritätsbekundungen an. Peter Schnaars, ver.di-Bezirksvorsitzender Bremen-Nord/Niedersachsen, meinte: Die Friedehorstmitarbeiter haben das Recht, auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln. Es sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, auf die Straße zu gehen. NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel zollte den Streikteilnehmern angesichts der Bedrohung durch die Arbeitgeber Respekt. Inga Nitz, Bundestagskandidatin der Linken, betonte das gute Recht der Mitarbeiter, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Pastor Rolf Blanke von der Remberti-Gemeinde meinte, er halte sonst Sonntagsreden über Gerechtigkeit, aber heute müssen wir hier sein und Sabine Weinert von der Diakonischen Behindertenhilfe Lilienthal versprach für künftige Aktionen: Wenns weitergeht, sind unsere Mitarbeiter dabei. Friedehorst-Vorsteher Hans-Peter Reeb, in einem späteren Gespräch nach dem Streik befragt, betonte den Begriff der Aktiven Mittagspause und drückte den Mitarbeitern seinen Dank dafür aus, dass sie die Versorgten im Blick behalten hätten. Darüber hinaus bezeichnete er den Aufruf zum Arbeitskampf als eine Ausdrucksmöglichkeit, er selbst zöge ein anderes Vorgehen vor. Wenn ver.di zum Streik aufrufe, um letztendlich das Streikrecht in der Kirche festzuklopfen, dann sei das angesichts der anstehenden Klärung spätestens durch das Bundesarbeitsgericht hinfällig. Des weiteren meinte Reeb, dass die Arbeitsrechtliche Kommission kurz vor einer Einigung stehe: Wir sind in Friedehorst auf einem guten Weg. Stelle sich also die Frage, ob die Aktion jetzt nicht vielmehr eine Mitgliederwerbeveranstaltung von ver.di sei. Reeb meinte abschließend, dass nicht gestreikt worden ist und die Mitarbeiter ihre dienstlichen Pflichten wahrgenommen haben. Im Moment sehe er keinen Anlass, disziplinarisch aktiv zu werden. Von Albrecht-Joachim Baher, Weser Kurier 23. September 2009  | | Altenpflege am Limit! Bei einer Kundgebung am 21. September in Hannover haben Altenpfleger/innen aus verschiedenen Einrichtungen auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht. Die Bevölkerung zeigte Interesse an den Informationsmaterialien von ver.di. Die Pflegekräfte äußerten sich auf der Bühne zu ihren Alltagserfahrungen. Pflegekräfte arbeiten für einen Apfel und ein Ei, verdeutlichte ver.di-Sekretärin Brigitte Horn. 72 Prozent aller niedersächsischen Pflegekräfte arbeiteten für ein Bruttoeinkommen von weniger als 2000 Euro inklusive Schichtdienst, Wechselschichten und Wochenenddiensten. >> Pressebericht über die Aktion |
22. September 2009  | | TAZ Bremen berichtet über Streik: Diakonie will Ver.di raushaltenErstmals wollen Bremer Diakonie-Beschäftigte in dieser Woche streiken. Die Kirche wirft Ver.di vor, die Auseinandersetzung "für einen Systemwechsel zu instrumentalisieren". |
Der Lohnstreit in der Diakonie spitzt sich zu. Mittwoch und Donnerstag wollen Beschäftigte von Innerer Mission und Friedehorst für jeweils einen Tag streiken. Es handelt sich um den ersten Arbeitskampf in der Diakonie Bremens überhaupt. Das Diakonische Werk Bremen hat seine Angestellten aufgefordert, sich dem Streikaufruf von Ver.di und der Mitarbeitervertretung zu verweigern. Die evangelische Kirche reichte eine Klage ein, um den Streikaufruf verbieten zu lassen. Seit fast zwei Jahren verhandelt die "Arbeitsrechtliche Kommission" (ARK) des evangelischen Wohlfahrtsverbandes, ohne eine Einigung. Und schon seit 2005 gab es für die bundesweit rund 140.000 Diakonie-Beschäftigten - mit Ausnahme einer Einmalzahlung - keine Lohnerhöhung mehr. Immer wieder drohten sie deshalb mit der Aufkündigung des sogenannten "Dritten Weges". Dabei handelt es sich um ein kirchliches Sonderverfahren zur Lohnfindung, das ohne Gewerkschaften auskommt und den Beschäftigten kein Streikrecht einräumt. "Bis jetzt liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der Diakonie vor," sagt Ver.di-Sekretär Uwe Schmid. Die Entgelttabellen seien "noch immer auf dem Stand von 2004". Laut Schmid beträgt der Einkommensabstand gegenüber der Caritas bereits mehr als acht Prozent. Caritas und Rotes Kreuz haben den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst nachvollzogen. Für Schmid ist klar, dass der "Dritte Weg" deshalb gescheitert ist. Er will, dass die Diakonie künftig mit Ver.di die Tarifverträge aushandelt. "Nur das bietet ein Verhandlungssystem auf gleicher Augenhöhe." Für die Diakonie kommt das nicht in Frage. In einer Erklärung warnt der Verband davor, eine "absehbare Einigung kurz vor einem möglichen Abschluss zu gefährden". Für den stellvertretenden Bremer Diakonie-Vorsitzenden Uwe Mletzko, bedarf es lediglich einer "Neubesinnung der ARK-Mitglieder, dass sie einem gemeinsamen Ziel verpflichtet" seien. "Das ist wie bei einer Papstwahl", sagt Mletzko. "Die Dienstgeber" - gemeint sind die Arbeitgeber - "sind bereit, sie suchen Wege". Und eben diese habe Ver.di "sehr bewusst gestört, um sagen zu können, der ,Dritte Weg' ist gescheitert". Für Mletzko ist klar, dass die Gewerkschaft den Tarifstreit "instrumentalisiert, um einen Systemwechsel herbeizuführen". Ihr gehe es "nicht im ersten Sinne um einen angemessenen Lohn", sondern darum "im kirchlichen Bereich einen Fuß in die Tür zu kriegen", um ihre Mitgliederverluste in anderen Branchen zu kompensieren. "Völliger Quatsch", sagt dazu Mitarbeitervertreter und ARK-Mitglied Christof Fantini. "Die Arbeitnehmerseite hat bei Ver.di angeklopft und um Unterstützung gebeten, nachdem wir gemerkt haben, dass die Arbeitgeber es darauf anlegen, Lohndrückerei zu betreiben." Deren Angebot nennt Fantini "eine Mogelpackung". Die angeblich gebotenen acht Prozent reduzieren sich durch verschiedene Kompensationsmechanismen auf real unter vier Prozent. "Es gibt keinen Grund, die Beschäftigten bei uns schlechter zu stellen als die der Caritas und das Roten Kreuzes." Die seien durch die Übernahme des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst "auch alle nicht untergegangen". Versöhnliche Töne schlägt Pastor Mletzko an, wenn es um die Kooperation von Ver.di bei der Abstimmung des Streiks geht. "Wir haben eine Verantwortung für Alte, Behinderte, psychisch kranke Menschen und Wohnungslose." Diese dürften durch den Streik nicht gefährdet werden. Was die Sicherstellung der Dienstpläne an den Streiktagen angehe, sei Ver.di jedoch "kooperativ" gewesen, so Mletzko von Christian Jakob, TAZ Bremen 22. September 2009Hamburger Arbeitsgericht entscheidet :Streik im kirchlichen Krankenhaus ist zulässig! Kirche und Diakonie behaupten immer wieder, dass Streiks in kirchlichen Einrichtungen nicht zulässig wären. Jetzt hat das Arbeitsgericht in Hamburg einen Streik im Bethesda-Krankenhaus in Hamburg Bergedorf für zulässig erklärt. Dort streikten nach erfolglosen Verhandlungen die Ärtzte für einen Tarifvertrag. Die Dienststellenleitung des vom Streik bedrohten Krankenhauses war der Ansicht, dass ein beabsichtigter Streik rechtswidrig sei und beantragte daher beim ArbG Hamburg die Untersagung. Dieser wäre mir der grundrechtlich geschützten kirchlichen Autonomie nicht vereinbar. Der Antrag der Dienststelle auf Unterlassung des Streiks wurde vom ArbG Hamburg zurückgewiesen.
Pressebericht Hamburger Abendblatt 22. September 2009Schluss mit lustig wir können auch anders!
Ver.di ruft die Beschäftigten der Bremer Diakonie zum Streik- und Aktionstag am 23. und 24. September auf. Die vielfältigen Aktionen und aktiven Mittagspausen der vergangenen Monate haben noch nicht ausreichend Wirkung erzeugt. Bis jetzt liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der diakonischen Arbeitgeber vor. Die Entgelttabellen sind damit auch Ende 2009 auf dem Stand von 2004. Die Beschäftigten im Geltungsbereich des AVR-DW-EKD werden immer weiter von den allgemeinen Einkommensentwicklungen des öffentlichen Dienstes, aber auch der verfassten Kirche und anderer Bereiche abgehängt. Der Einkommensabstand beträgt bereits mehr als 8%.
Streikaufruf Friedehorst Streikaufruf Innere Mission 22. September 2009  | | Streiks und Aktionen gegen schlechte Bezahlung Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat zum Beginn einer Aktionswoche ihre Tarifforderungen in verschiedenen diakonischen Einrichtungen bekräftigt und gleichzeitig Streiks angekündigt. Die Beschäftigten sähen nicht ein, dass sie für ihre Arbeit im Vergleich schlechter bezahlt würden. ver.di fordert gutes Geld für gute Arbeit und eine Bezahlung wie in anderen Betrieben der Branche. Wir akzeptieren es nicht, wenn sich diakonische Einrichtungen durch Dumpinglöhne einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und so ihr Unternehmenswachstum finanzieren, betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke am Montag. |
ver.di ruft vom morgigen Dienstag bis Freitag (22. bis 25. September) ihre Mitglieder in mehreren diakonischen Einrichtungen zu Arbeitsniederlegungen und Protestaktionen für eine bessere Bezahlung in der Diakonie auf. Seit 2004 habe es keine Lohnerhöhung mehr gegeben, die Löhne befänden sich immer noch auf dem Niveau von vor fünf Jahren. Der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) versuche, die Vergütung dauerhaft unter das Branchenniveau abzusenken, kritisierte Paschke. Erste Aktionen sollen bereits am Dienstagmorgen beginnen. Ab Mittwoch folgen Arbeitsniederlegungen und weitere Proteste wechselweise an verschiedenen Diakonie-Standorten. Die acht betroffenen diakonischen Betriebe befinden sich in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Bremen sowie Baden-Württemberg.
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