Diakoniewerk: Nun doch ein KonkursantragBericht der Neuen Osnbrücker Zeitung vom 12. Dezember 2001 Die Sanierungsbemühungen um das wirtschaftlich angeschlagene Wohnstift auf dem Westerberg sind gescheitert: Das Diakoniewerk Osnabrück leitet nun doch das Insolvenzverfahren für seinen Verbund ein, erklärte gestern Abend Landessuperintendin Doris Janssen-Reschke. Betroffen sind neben dem Wohnstift weitere zwölf Altenheime, Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen mit über tausend Mitarbeitern. Der Vorstand des Vereins Diakoniewerk Osnabrück" habe nach eingehender Beratung und mit Zustimmung aller anwesenden Mitglieder" in der gestrigen Mitgliederversammlung beschlossen, einen Antrag auf Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zu stellen, berichtete die Landessuperintendentin weiter. Entscheidend für diesen Schritt sei die fehlende Zustimmung von zehn Eigentümern (sechs Prozent) der 188 Wohnungen im Wohnstift auf dem Westerberg. gewesen. Janssen-Reschke weiter: Der Vorstand bedauert diese Entwicklung außerordentlich und sieht hiermit sein Sanierungskonzept als nicht umsetzbar an." Auslöser der wirtschaftlichen Schieflage des gesamten Diakoniewerk-Verbundes war das nicht marktgerechte Finanzierungskonzept für das 1997 eröffnete Altenwohnstift auf dem Westerberg in Osnabrück: Mangelnde Belegung einerseits und eine Mietzins-Garantie für die Investoren rissen eine Finanzlücke, in der mindestens 20 Millionen Mark verschwunden sein dürften. Diese strukturellen Verluste sollten durch ein Sanierungspaket aufgefangen werden, zu dem neben der Landeskirche auch die Eigentümer durch den Verzicht auf einen Teil ihrer zugesicherten Rendite beitragen sollten. Dieses Konzept des im Mai neu formierten Vorstandes ist nun gescheitert. Zu dem Diakonie-Verbund gehören auch drei Altenheime in Osnabrück, das Diakonie-Krankenhaus Georgsmarienhütte, das Albertinenkrankenhaus Dissen und das Haus Möhringsburg in Badbergen sowie weitere Sozialeinrichtungen: Die Gehälter würden vorerst weiter gezahlt, auch der Betrieb der sozialen Einrichtungen müsse weitergehen, sagte Janssen-Reschke.
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