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Drohende Insolvenz in Osnabrück beschäftigte die Synode

Hannover (epd). Die drohende Insolvenz des Diakoniewerks Osnabrück ist nach Ansicht des Präsidenten des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckhart von Vietinghoff, eine "negative Mustergeschichte", die sich nicht wiederholen darf. Er forderte die in Hannover tagende Landessynode am Freitag dazu auf, künftig vor Ort genau darauf zu achten, ob die jeweiligen diakonischen Unternehmensstrukturen noch zeitgemäß seien.

Wo immer sich wirtschaftliche Schieflagen andeuteten, müssten die Betroffenen frühzeitig eingreifen, sagte der Präsident. In der Öffentlichkeit sei der völlig falsche Eindruck entstanden, dass die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers für die Einrichtungen der Diakonie hafte: "Diese wirtschaften aber auf eigenes Risiko", betonte von Vietinghoff.

Die Landeskirche habe erstmals im Oktober 2000 von dem Millionenverlust erfahren, den das Wohnstift am Westerberg als eine Einrichtung des Diakoniewerks verursachte hatte. Um die Mitarbeiter zu schützen, habe die Landeskirche in den folgenden beiden Jahren 1,5 Millionen Euro ohne jede Rechtsverpflichtung gezahlt. Sie sei unter bestimmten Bedingungen dazu bereit, weitere drei Millionen bereitzustellen. Dazu gehörten die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH und der Verzicht der Sparkasse Osnabrück, das Diakoniewerk mit allen Einrichtungen für die Schulden haftbar zu machen.

Dagegen forderte die Osnabrücker Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke die Synode dazu auf, in der neuen Legislaturperiode Strukturen zu schaffen, die es dem Diakonischen Werk ermöglichten, bei Bedarf rechtzeitig einzugreifen. "Es muss ein System entstehen, das auch für kleine Vereine und Einrichtungen eine Rechenschaftspflicht gegenüber der Diakonie oder der Landeskirche vorschreibt", sagte sie. Beide müssten auf jeden Fall rechtzeitig in Entscheidungen eingebunden werden.

 Janssen-Reschke, seit 1998 Regionalbischöfin in Osnabrück,  wies darauf hin, dass es in Teilen der evangelischen Kirche in Osnabrück von Anfang an massive Widerstände gegen das geplante Wohnstift gegeben habe. Neben der Osnabrücker Sparkasse und der Landesbausparkasse hatte das damalige "Diakonische Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers im Sprengel Onsabrück e.V." in einem Prospekt für den Kauf der Wohnungen mit einer Garantiemiete von 10,34 Euro pro Quadratmeter geworben. Jetzt sei es schwierig, die tatsächlichen Verursacher zu benennen: "Wir können tun, was wir wollen, es wird der evangelischen Kirche angelastet werden."

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