Diakonie-Mitarbeiter demonstrieren in HannoverHannover (epd). Rund 200 Mitarbeiter des von Insolvenz bedrohten Diakoniewerks Osnabrück e. V. haben am Donnerstag vor dem Landeskirchenamt in Hannover für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Der Präsident des Landeskirchenamts der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Eckhart von Vietinghoff, sicherte ihnen Unterstüzung zu: Die Landeskirche hat ein engagiertes Interesse an dem Erhalt des Diakoniewerks, sagte er. Sie habe bereits 1,5 Millionen Euro gezahlt. Die Landeskirche werde das Werk mit weiteren drei Millionen Euro unterstützen, kündigte von Vietinghoff an. Bedingung sei allerdings, dass es mit 1.200 Arbeitsplätzen effizient arbeite. Dies bedeute zum Beispiel die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH. Außerdem müsse die Sparkasse Osnabrück darauf verzichten, dass das Diakoniewerk mit allen Einrichtungen für die Schulden hafte. Schließlich habe eine einzige Einrichtung, das Wohnstift am Westerberg, das gesamte Werk in die Insolvenz getrieben, sagte von Vietinghoff. Das Wohnstift hat nach Angaben der Landeskirche einen Verlust von zehn Millionen Euro verursacht. Eine Insolvenz könne nur vermieden werden, wenn Kreditgeber und Wohnungseigentümer einlenken. Außerdem müssten alle Wohnungseigentümer des Wohnstifts von den 10,34 Euro Garantiemiete pro Quadratmeter auf 2,56 Euro hinuntergehen. Der Sprecher der Mitarbeitervertretung Rudolf Spanuth warf der Landeskirche vor, sie habe schon vor langer Zeit 4,5 Millionen Euro zugesagt und jetzt die Bedingungen geändert. Die Wohnungseigentümer hätten eingelenkt und nicht nur auf ein Viertel, sondern sogar auf drei Viertel ihrer Mietzusagen verzichtet. Auch die Sparkasse habe weitreichende Zugeständnisse gemacht, die über das hinausgingen, was die Landeskirche zu zahlen bereit sei. Nachdem das Diakoniewerk den Insolvenzantrag gestellt hatte, hätten sich die Bedingungen geändert, sagte von Vietinghoff. Durch das Bekanntwerden der wirtschaftlichen Probleme des Diakoniewerks würden weitere Mieter abgeschreckt und damit die Probleme noch verschärft. Spanuth hält es für unwahrscheinlich, dass die Sparkasse auf die Bedingung der Landeskirche eingeht. Es sei eine Grunderwerbssteuer in Millionenhöhe zu zahlen, sagte er dem epd. (epd Niedersachsen-Bremen/b0455/21.02.2002)
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