ver.di zur Kostenentwicklung im Gesundheitswesen: Umsteuern in Richtung Gesundheitsförderung
"Die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen wirft ein deutliches Schlaglicht auf Fehlentwicklungen", erklärte Ulla Derwein, für Gesundheitspolitik zuständiges Mitglied des Bundesvorstandes der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zum Bericht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt über die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. "Auf der einen Seite geraten die Medikamentenkosten aus dem Griff, andererseits fehlt dann das Geld für eine wirksame Prävention", kritisierte Ulla Derwein. "So könnten 25 Prozent der Ausgaben für chronisch Kranke durch eine gezielte Vorsorge eingespart und gleichzeitig die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöht werden", führte die Gewerkschafterin als Beispiel an. "Wir müssen dahin kommen, dass die für die Gesundheit vorhandenen Mittel effizienter eingesetzt werden", sagte Derwein. Sie warnte davor, dass sich das derzeitige Defizit von 2,8 Milliarden - bei einem "weiter so" im laufenden Jahr noch erhöhen könnte. Beachtenswert sei im übrigen, dass etwa 1,9 Milliarden - allein auf das Konto der Preissteigerungen für Arzneimittel gingen. Es sei ein rasches Umsteuern in Richtung Gesundheitsförderung und damit weg von der Reparaturmedizin erforderlich. Ansonsten sei Ende des nächsten Jahres mit einem ähnlichen Finanzloch bei den Krankenkassen zu rechnen.
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