WohlfahrtspflegeEs gibt in Deutschland annähernd 94.000 Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege, in denen fast 1,2 Millionen Mitarbeiter/innen hauptamtlich beschäftigt sind (Datenstand: 1.1.2000). Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege sind in allen Bereichen sozialer Arbeit präsent. Ob es sich um Kindergärten handelt, um Krankenhäuser, Altenpflegeheime oder Dienste der offenen Hilfe, ein erheblicher Anteil von ihnen ist einem Verband der Freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Freie WohlfahrtspflegeDer Begriff Freie Wohlfahrtspflege bezieht sich auf die sechs Spitzenverbände Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk der EKD, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zusammen arbeiten. Ver.di Fachbereich 3Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und eine Vielzahl anderer sozialer Organisationen beschäftigen rund eine Million Menschen in 80.000 Einrichtungen. Nur eine Minderheit kann auf den Schutz durch Tarifverträge bauen. AWO und DRK benutzen GmbH-Ausgründungen und Teilprivatisierungen zur Tarifflucht aus vereinbarten Flächentarifverträgen. Die Fachgruppe will für alle Beschäftigten tarifliche Standards vereinbaren und/oder sichern. Sie wird deshalb die berufsfachliche Betreuung der Beschäftigten und die gewerkschaftspolitische Präsenz intensivieren. "Die Probleme liegen auf der Hand," so Jürgen Wörner, Bundesfachgruppenleiter Wohlfahrtsverbände und Rettungsdienst: "Wenn man als Wohlfahrtsverband nur noch die betriebswirtschaftlichen Daten im Blick hat, fallen die Beschäftigten und die Qualität der Dienstleistung hinten runter. Tarifflucht, Ausgründungen und GmbH-Bildungen sind bei AWO und DRK - insbesondere im Osten - an der Tagesordnung. Dies zieht in der Regel schlechtere Arbeitsbedingungen nach sich und setzt bei den Löhnen eine Abwärtsspirale nach unten in Gang. Dem wollen wir etwas entgegensetzen. Statt eines Wettbewerbs um die billigsten Löhne fordern wir einen Wettbewerb um die beste Qualität der Dienstleistung bei vernünftigen, abgesicherten Arbeitsbedingungen."
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