Verschmelzung Bethel und Johanneswerk: Den Anfang machen die Krankenhäuser
Bielefeld. In den Bielefeldern Krankenhäusern hat die Verschmelzung von Bethel und Johanneswerk schon begonnen: Seit geraumer Zeit stehen die Kliniken Gilead, Mara und Johanneskrankenhaus unter der Leitung einer gemeinsamen Hauptgeschäftsführung, die von einem gemeinsamen Aufsichtsrat kontrolliert wird. An der Spitze des Aufsichtsgremiums steht Reiner Heekeren, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Anstalten, Hauptgeschäftsführer sind Franz Streyl (Bethel) und Karsten Gebhardt (Johanneswerk). Die wichtigste Aufgabe beider Gremien ist, die Verschmelzung der drei evamgelischen Krankenhäuser auf den Weg zu bringen. Verschmelzung heißt auch das Ziel der Ende Dezember in den Verwaltungsräten von Bethel und Johanneswerk beschlossenen Kooperation beider Einrichtungen, erläuterte gestern Bethel-Chef Friedrich Schop-haus im Gespräch mit der NW. Am Ende des Verschmelzungsprozesses, für den im Laufe des Jahres ein Zeitplan erarbeitet werde, soll eine gemeinsame Organisation, eine Haftungsgemeinschaft und eine wirtschaftliche Einheit beider Diakonie-Träger bei Beibehaltung der rechtlichen Selbständigkeit stehen. Erhalten bleiben sollen die eigenständigen Leitbilder und Marken beider Partner, hieß es gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung wohl so formuliert, um Befürchtungen auf beiden Seiten, die Tradition der beiden herausragenden kirchlichen Einrichtungen würde gänzlich in der Verschmeldzung verschwinden, zu entkräften. Im Dezember 2002 hatten die Verwaltungsräte der beiden Diakonie-Einrichtungen ihre Vorstände beauftragt, das Zusammengehen auf den Weg zu bringen (die NW berichtete). Gedacht war damals schon an die Schaffung einer Konzernstruktur mit gemeinsamem Verwaltungsrat und gemeinsamem Vorstand auf den Weg zu bringen. Der Fahrplan ist nun geändert worden. Nun soll die Zusammenarbeit in den Geschäftsfeldern und Regionen beginnen und die Verschmeldzung erst am Ende des Prozesses stehen. Mit Sorge betrachten die Mitarbeitervertretungen der beiden kirchlichen Einrichtungen den vor mehr als einem Jahr begonnenen Verschmelzungsprozess, nicht etwa, weil sie gegen jede Form der Zusammenarbeit wären, sondern weil sie um die Arbeitsplätze der Kollegen fürchten. Georg Neumann, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitvertretung in Bethel, gestern: Wir werden genau darauf achten, dass die Interessen des Personals beachtet werden. Er sehe durchaus die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der beiden größten europäischen Diakonieträger vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Rahmenbedingungen, einer Verschmelzung der Einrichtungen jedoch stehe er kritisch gegenüber. Ähnlich sieht es Neumanns Kollege beim Johanneswerk, Roland Brehm, Vorsitzender der dortigen Mitarbeitervertretung. Natürlich werde in den nächsten Monaten und Jahren vor allem um Synergie-Effekte und Kosteneinsparungen gehen. Als Beispiel nannte Brehm die Krankenhaus-Fusion. Heute arbeiten in den drei Häusern rund 3.500 Beschäftigte. Geprüft werde jetzt natürlich, welche Dopplungen es in den Kliniken gebe und ob diese wirklich erforderlich seien. Wieviele Arbeitsplätze am Ende noch übrig bleiben werden, wissen wir heute nicht, formuliert Brehm die Unsicherheit der Mitarbeiter. VON LOTHAR SCHMALEN UND SEBASTIAN KAISER BILD: Spätere Hochzeit nicht ausgeschlossen: Die von Bodelschwinghschen Anstalten und das Evangelische Johanneswerk streben eine gemeinsame Organisation und eine wirtschaftliche Einheit an, um den Veränderungen im Gesundheitsbereich zu begegnen. MONTAGE: NW-BILDREDAKTION
Quelle: http://www.nw-news.de/cgi-bin/printversion.cgi?DATEI=NW_2124170003 |