23.02.2004MAV-Protestaktion gegen Ausgliederungen im Paul-Gerhardt-StiftIn der neu gegründeten Paul-Gerhardt-Service mbH sollen künftig alle patientenfernen Dienstleistungen erbracht werden. Zahlreiche Beschäftigte befürchten eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeitervertretung (MAV) hatte zu einer Protestaktion aufgerufen. Henry Moes, Vorsitzender der MAV, kritisiert vor allem die Informationspolitik des Hauses. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet in der Online-Ausgabe www.mz-web.de vom Widerstand gegen Ausgliederungen von Abteilungen der Paul-Gerhardt-Stiftung in Wittenberg. Sie schreibt unter anderem: In der Wittenberger Paul-Gerhardt-Stiftung herrscht dicke Luft. Zahlreiche Beschäftigte befürchten eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen, wenn ihre Abteilungen aus dem Unternehmen aus- und in die neu gegründete Paul-Gerhardt-Service mbH eingegliedert werden. Am Montag formierte sich gegen diese Pläne erstmals aktiver Widerstand. Die Mitarbeitervertretung (MAV) hatte zu einer Protestaktion aufgerufen. Trotz grimmiger Kälte waren der Aufforderung etwa 100 Beschäftigte aus allen Bereichen der Stiftung gefolgt. Angetan mit Transparenten zogen sie in ihrer Mittagspause vor das Vorstandsgebäude. [...] Klar sei indes, dass die Betroffenen durch die Ausgliederung nicht mehr unter dem Kronenkreuz der Diakonie arbeiten werden. "Sie verlieren jeglichen Schutz." Es könnte weniger Urlaub, in jedem Fall neue Arbeitsverträge mit geänderten Dienstzeiten geben. Aus heute acht Stunden, so Moes, werden dann weniger. "Die Ausgliederung soll die Arbeit billiger machen, auf unsere Kosten." Insbesondere Beschäftigte im Service-Bereich (etwa der Wäscherei) verdienten ohnehin nicht viel. "Wir sehen nicht ein, dass es noch weniger wird."
Die MAV wurde unterstützt von Rolf König aus Wernigerode, bei ver.di im Fachbereich 3 zuständig für Gesundheitswesen und Kirche. Die MZ zitiert König: [...] "dass mit Ausgründungen in Deutschland noch kein Arbeitsplatz gesichert wurde". Und noch nie konnte der Beweis erbracht werden, dass die Arbeit effizienter wird. "Wenn jemand ausgründet, will er nur Lohnkosten sparen", erklärte König und empfahl den Wittenbergern, sich gegen die Pläne des Vorstands zu wehren.
Der Vorstand erklärte: "Es sollen keine Leute vor die Tür gesetzt werden". Laut MZ war Stiftungsdirektor Rainer Wettreck um eine Entschärfung der Tonart bemüht. Mit der Gründung einer Service GmbH sollen Arbeitsplätze gesichert und die Qualität der Dienstleistungen verbessert werden. Der Originaltext in der MZ ist von Corinna Nitz, 23.02.04, http://www.mz-web.de/artikel?id=1069248389996
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