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Das Diakoniewerk Osnabrück will bis Ende des Jahres 140 Mitarbeiter entlassen! Völlig überraschend kam die Hiobsbotschaft nicht, die Geschäftsführer Jörg Buchloh und Verwaltungsdirektor Mark Reinarz gestern zuerst vor der Presse und anschließend bei Mitarbeiterversammlungen in Dissen und Georgsmarienhütte verkündeten. Bereits Anfang März hatten sie erklärt, dass sich die Strukturen der Krankenhäuser in Dissen und Georgsmarienhütte ändern müssen. Hintergrund ist der Krankenhausbedarfsplan des Landes Niedersachsen. Dieser sieht vor, dass landesweit 20 Prozent der Krankenhäuser geschlossen werden sollen, die weniger als 200 Betten haben. Jetzt stehen die ersten detaillierten Pläne der Diakonie fest. Sie sollen bereits in den kommenden Wochen in die Tat umgesetzt werden: Zum 1. September werden die chirurgische Abteilung und Hals-Nasen-Ohren-Abteilung von Georgsmarienhütte ins Dissener Albertinenkrankenhaus verlegt. Gleichzeitig werden 56 der momentan 110 Betten im Georgsmarienhütter Krankenhaus abgebaut. Das wiederum führt zu massivem Personalabbau: Jeweils 70 Mitarbeiter in Dissen und Georgsmarienhütte müssen gehen - hauptsächlich Pflegepersonal, aber auch Mitarbeiter der Küche und Verwaltungsangestellte. Die übrigen Mitarbeiter werden auf die beiden Standorte neu verteilt. Sie müssen daher mit Versetzungen rechnen. Aktuell sind 195 Mitarbeiter in Georgsmarienhütte beschäftigt, 365 in Dissen sowie 40 in Badbergen. Nur Ärzten wird nicht gekündigt: Dort gebe es ohnehin freie Stellen, die nicht neu besetzt würden, so Geschäftsführer Buchloh. Im Albertinenkrankenhaus soll es darüber hinaus weiterhin zwei Chirurgie-Chefärzte geben. Langfristig will die Diakonie mit ihrem künftigen Diakonie-Klinikum Osnabrücker Land sich auf den Standort Dissen konzentrieren. Bis Ende des Jahres wird die Fachklinik Haus Möhringsburg in Badbergen geschlossen. Die 35 Plätze werden nach Georgsmarienhütte verlegt, wo darüber hinaus sieben Tagesklinik-Plätze geschaffen werden. Die Diakonie möchte das Georgsmarienhütter Krankenhaus als Schwerpunkt Geriatrie anerkennen lassen. Die Verhandlungen mit Krankenkassen und Ministerien, ließ Geschäftsführer Buchloh durchblicken, erweisen sich als schwierig: "Das ist ein nicht unerheblicher Diskussionsprozess." In Zukunft möchte die Diakonie auch den Standort Georgsmarienhütte aufgeben und die Abteilungen nach Dissen verlagern. Voraussetzung ist, dass das Dissener Krankenhaus erweitert und modernisiert wird. 17 Millionen Euro will die Diakonie investieren - sofern das Land dieses Geld zur Verfügung stellt. Bis es dazu kommt, kann noch viel Zeit vergehen. Jörg Buchloh und Mark Reinarz rechnen mit bis zu zehn Jahren. Was genau langfristig mit dem Georgsmarienhütter Gebäude geschehen soll, steht noch nicht fest. Das Haus Möhringsburg möchte die Diakonie verkaufen, wenn sich ein Interessent findet. Für Geschäftsführer Jörg Buchloh ist der Personalabbau unausweichlich: "Es ist die einzige Möglichkeit, die Zukunft für unsere Einrichtung zu sichern." Ähnlich sieht das Superintendent Hans Hermann Hammersen, der stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates ist: "Es fällt schwer, diese für die Zukunft des Ganzen notwendige Entscheidung zu fällen. Aber die Entwicklung der finanziellen Rahmenbedingungen zwingt uns zu solch einschneidenden Maßnahmen." Jetzt will die Geschäftsführung mit der Mitarbeitervertretung darüber verhandeln, wie genau die Mitarbeiter, die gehen müssen, nach sozialen Kriterien ausgewählt werden und wie der Sozialplan gestaltet werden soll. Außerdem verhandeln Geschäftsführung und Mitarbeiter der Diakonie über einen Verzicht auf das Weihnachtsgeld in diesem Jahr. "Jeder von uns muss einen Solidarbeitrag leisten", begründet Jörg Buchloh. Schließlich koste auch die Umstrukturierung Geld.
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