"Das ist ein frommer Wunsch"Die Leitung der Sozialeinrichtung sieht sich zu Einschnitten beim Lohn gezwungen, weil eine Finanzierungslücke von 1,2 Millionen Euro geschlossen werden muss. Bis zum 22. Oktober haben die Beschäftigten Zeit, ihren Verzicht zu erklären. Das Weihnachtsgeld, das rund 80 Prozent eines Monatsgehalts ausmacht, will der Birkenhof unbefristet streichen. Zudem soll neues Personal künftig nach abgesenkten Haustarifen bezahlt werden. Der Birkenhof bietet Wohnungen und Pflegeplätze für 1100 Senioren an und ist damit einer der größten Träger der Altenhilfe in Hannover. Hintergrund des Engpasses beim Birkenhof seien die begrenzten Pflegesätze der Kassen, mit denen die derzeitigen Lohntarife der Beschäftigten nicht zu finanzieren seien, sagt Henckel. Anders als städtisch geführte Heime, deren Defizite die Steuerzahler übernehme, könne sich der Birkenhof keine Schulden leisten. Ein Personalvertreter bezweifelt allerdings die Darstellung des Chefs: Das überfallartige Vorgehen zeigt eklatante Managementfehler. Alle Einrichtungen, die ihre Mitarbeiter entsprechend öffentlichen Tarifen bezahlten, hätten ähnliche Probleme wie der Birkenhof, meint hingegen Georg Schniewind, der für die Altenpflegeheime der Henriettenstiftung verantwortlich ist: Mit Misswirtschaft hat die Finanzierungskrise nichts zu tun. Auch bei der Henriettenstiftung (550 Altenheimplätze) gebe es derzeit Gespräche mit den Mitarbeitern über freiwilligen Lösungen zur Senkung der Lohnkosten, sagt Schniewind. bk HAZ 05.10.2004
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