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22. Oktober 2004

Einigung im Birkenhof

Mitarbeiter verzichten 2004 aufs Weihnachtsgeld / Sanierungsausschuss soll Konzept entwickeln 

Die Krise im Birkenhof ist vorerst überwunden. Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung der diakonischen Einrichtung haben sich auf eine „Notlagenvereinbarung“ geeinigt, die die Zukunft des größten Betreibers von Altenheimen in der Region sichern soll. „Die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit ist wieder hergestellt. Das Liquiditätsproblem ist gelöst“, sagte der Vorsitzende der Personalvertretung, Jürgen Höwelmeyer. „Ich bin froh über das, was wir erreicht haben“, erklärte Birkenhof-Vorsteher Hanns-Chistoph Henckel.

Kern der Vereinbarung ist der Verzicht der rund 700 Mitarbeiter auf das Weihnachtsgeld in diesem Jahr. Dadurch werde der „Finanzierungsengpass“ von 1,2 Millionen Euro ausgeglichen, erklärte Henckel. Ferner sind in dem Papier, dem Vorstand und Verwaltungsrat des Birkenhofs zugestimmt haben, flexiblere Arbeitszeiten, EDV-gestützte Dienstpläne und die Einsetzung eines paritätisch besetzten Sanierungsausschusses festgeschrieben. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 18 Monaten. In der Belegschaft gebe es breite Zustimmung für die Regelung, sagte Höwelmeyer.

Die Auslagerung von Mitarbeitern in eine „Dienstleistungsgesellschaft“ schließen Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung in der Vereinbarung aus. Henckel betonte allerdings, dass er an Plänen für die Gründung einer solchen Gesellschaft für den Bereich der Hauswirtschaft festhalte. Neue Mitarbeiter sollen bei ihr beschäftigt und eventuell ein privater Unternehmer an den Birkenhof gebunden werden. Verhandlungen über einen weiteren Lohnverzicht der Mitarbeiter wollte Henckel zwar nicht ausschließen, diese kämen aber nur „als letztes Mittel“ in Frage.

Der Birkenhof betreibt in der Stadt Hannover sowie im Umland neun Altenheime mit insgesamt 1100 Pflegeplätzen, hinzu kommen Jugendeinrichtungen und Fachschulen sowie ein Übergangs und Dauerwohnheim für psychisch Kranke in Himmelpforten bei Stade. Weil der Einrichtung 1,2 Millionen Euro fehlten, drohte zuletzt sogar die Insolvenz. Hauptgrund für die Krise seien die öffentlichen Kostenträger, die die Pflegesätze nach unten drückten, erklärte der Direktor des Diakonischen Werks, Henning Brandes. Es gebe derzeit einen skandalösen Wettbewerb um die niedrigsten Löhne, kritisierte Mitarbeitervertreter Jürgen Höwelmeyer.

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