Henriettenstiftung muss doch zahlen Personalvertreter der Landesdiakonie wollen Kürzung des Weihnachtsgeldes nicht zustimmen Die rund 1600 Beschäftigten der Henriettenstiftung können damit rechnen, dass sie ihr Weihnachtsgeld Ende November nun doch ungekürzt ausgezahlt bekommen. Nach HAZ-Informationen wollen die Arbeitnehmervertreter der Diakonie auf Landesebene der geplanten Streichung von 50 Prozent des 13. Monatsentgelts nicht zustimmen. Ohne diese Zustimmung in der so genannten Arbeitsrechtlichen Kommission der diakonischen Einrichtungen ist die Lohnkürzung in der Henriettenstiftung rechtlich unmöglich: Die Henriettenstiftung hat keine wirtschaftliche Notlage. Es gibt dort vielmehr eklatante Managementprobleme, sagte gestern Manfred Freyermuth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft diakonischer Mitarbeitervertretungen, die 38 000 Beschäftigte in ganz Niedersachsen vertritt. Die Leitung der Stiftung will heute mit der eigenen Mitarbeitervertretung (MAV) über eine Notlagenvereinbarung verhandeln. Mit einer auf zwei Jahre befristeten Lohnkürzung soll ein Fehlbetrag von derzeit 1,8 Millionen Euro bei dem Träger von Kliniken und Pflegestätten ausgeglichen werden. Bei uns gibt es die Tendenz, nicht zuzustimmen, meinte MAV-Vorsitzende Volker Zobiak. Da jedoch die erforderliche Billigung einer Lohnkürzung durch die Arbeitnehmerseite auf Landesebene fehlt, kommt es auf das Votum des Personalgremiums nicht mehr an. Die Leitung der Henriettenstiftung bestätigte, auf die Zustimmung der Arbeitnehmer in der Landesdiakonie angewiesen zu sein. Wenn die geplante Halbierung des 13. Monatsgehalts nun tatsächlich scheitere, müssen wir uns etwas anderes überlegen, sagte Personalleiter Gernod Kumm. Henrietten-Verwaltungsdirektor Karl-Heinz Wilhelm hatte am vergangenen Freitag betriebsbedingte Kündigungen als Alternative zur Kürzung des Weihnachtsgeldes und unbezahlter Mehrarbeit angekündigt. Doch auch bei Kündigungen haben die Personalvertreter ein Mitspracherecht. Vergleichsweise unproblematisch wäre es jedoch, sich von Mitarbeitern mit befristeten Verträgen zu trennen. Um das Defizit zu decken, sind auch Immobilienverkäufe und die Aufnahme von Krediten im Gespräch. Anders als beim Heimbetreiber Birkenhof, bei dem auch die Arbeitnehmer auf Landesebene im Oktober Lohnkürzungen zustimmten, sei die Lage der Henriettenstiftung weniger dramatisch, sagt MAV-Landeschef Freyermuth: Die Manager der Stiftung haben die Probleme selbst zu verantworten. Angesichts eines Jahresbudgets von rund 100 Millionen Euro sei der aktuelle Fehlbetrag überschaubar. bk
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