Oldenburger Diakonie schließt Entlassungen nicht aus Verantwortlich für die negative Entwicklung seien insbesondere die hohen Personalkosten in der Altenhilfe mit derzeit rund 811.694 Euro, sagte von der Osten. Die Verhandlungen mit den Kranken- und Pflegekassen seien immer schwieriger. Kaum eine sozialstaatliche Leistung werde noch angemessen refinanziert. Bestimmte Arbeitsfelder wie Küchen oder Reinigung müssten möglicherweise ausgegliedert werden. Von der Osten berichtete von einem drastischen Rückgang bei den Belegungszahlen in den Altenheimen: Die geburtenstarken Jahrgänge aus der Zeit des Ersten Weltkrieges seien inzwischen ausgedünnt. Außerdem sei die angespannte wirtschaftliche Lage in der Gesellschaft zu spüren. Immer mehr Familien pflegten ihre Eltern so lange wie möglich zu Hause. "Die Menschen kommen nur noch zum Sterben in unsere Häuser", so von der Osten. Sollten die laufenden Verhandlungen mit den Kostenträgern scheitern, drohe sogar die Schließung einzelner sozialer Einrichtungen. "Die Zeichen stehen auf Sturm", sagte er. Allein in der Behindertenhilfe könne noch ein gewisser Überschuss erwirtschaftet werden. Die Löhne und Gehälter machen laut von der Osten rund 77 Prozent des 55,3-Millionen-Haushalts in der Diakonie aus. Etwa 900 Menschen sind in den Einrichtungen fest angestellt. Seit Jahresbeginn gelte für die Diakonie in Niedersachsen eine neue Arbeitsvertragsrichtlinie, die zumindest langfristig die Gehälter nicht mehr wachsen lasse. Alle evangelischen Kirchen in Niedersachsen und ihre Diakonischen Werke verhandelten derzeit mit den Mitarbeitervertretungen, um zumindest eine einmalige Absenkung des Weihnachtsgeldes auf 30 Prozent zu erreichen. "Wenn wir jetzt nicht handeln, müssen wir in fünf Jahren Insolvenz anmelden", unterstrich von der Osten. (epd Niedersachsen-Bremen/b3295/11.11.04)
|