08. Januar 2006Diakoniewerk Osnabrück trennt sich von KlinikenAls Tochterunternehmen der Diakoniewerk Osnabrück gGmbH wurde das Diakonie-Klinikum mit seinen Häusern in Dissen und Georgsmarienhütte vor wenigen Wochen vom Rest der Gruppe getrennt. Die Klinik soll durch wirtschaftliche Schieflagen anderer Diakonie-Einrichtungen nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Vorgeschichte: 2001 war das Diakoniewerk in eine existenzbedrohende Krise geraten, weil das Wohnstift am Westerberg allein im Jahr 2000 ein Minus von 4,2 Millionen Mark (2,1 Millionen Euro) erwirtschaftet hatte. Aber auch die Diakonie-Kliniken, das Albertinen-Krankenhaus in Dissen mit 158 Betten, die Klinik in Georgsmarienhütte (110 Betten) und die Suchtklinik in Badbergen (35 Betten) hatten zu dieser Zeit rote Zahlen geschrieben. Das Rezept für die Zukunftssicherung: Weil alle drei Kliniken zu klein waren, werden sie zusammengelegt. 140 Mitarbeiter in Dissen und GMHütte wurden entlassen. Das Haus in GMHütte behielt mit der Inneren Medizin eine Grundversorgung und übernahm die Suchtbehandlung der Badberger Klinik. Hans Kemper, stellvertretender Vorsitzender der Mitarbeitervertretung im Diakoniewerk, kann sich noch gut an die Verhandlungen über die Entlassungen erinnern. "Natürlich gab es heftige Diskussionen. Aber die Alternative hieß statt 140 Mitarbeitern 600 Mitarbeiter ohne Job." "Der Personalschlüssel lag vor allem in der Pflege weit über anderen Krankenhäusern", berichtet Verwaltungschef Mark Reinarz. Langfristig soll das Diakonie-Klinikum - wie schon jetzt Verwaltung und Haustechnik - für die wohnortnahe Versorgung der Menschen im Südkreis mit 85 zusätzlichen Betten in Dissen konzentriert werden. Kliniken mit weniger als 250 Betten gelten heute als unrentabel. Das geht aber nur, wenn insgesamt 17 Millionen Euro investiert werden. Einen großen Teil soll das Land als Fördermittel zufließen lassen. In den nächsten fünf Jahren ist damit nicht zu rechnen.
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