20. Januar 2006Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen wechselt zur Diakonie Düsseldorf/Essen (epd). Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat den Wechsel des Alfried-Krupp-Krankenhauses in Essen zum Diakonischen Werk Rheinland kritisiert und der Geschäftsführung "Brutalo-Kapitalismus" vorgeworfen. "Um christlichen Glauben ist es bei der klammheimlichen Übernahme des Krankenhauses nicht eine Sekunde gegangen", erklärte ver.di-Fachbereichsleiterin Sylvia Bühler am Dienstag in Düsseldorf. Mit dem Wechsel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband zur Diakonie zu Beginn des Jahres sei eine Aushöhlung des Tarifrechts und der Mitbestimmung beabsichtigt worden. Dem widersprach ein Diakonie-Sprecher. Die 1.250 Mitarbeiter des Krankenhauses seien am 3. Januar nachträglich und "überfallartig" über die neue Situation informiert worden, erklärte Gewerkschafterin Bühler. Die Zugehörigkeit zur Diakonie als kirchlichem Wohlfahrtsverband bedeutet nach ihren Worten, dass es künftig an Stelle eines Betriebsrates eine Mitarbeitervertretung gebe, der ausschließlich Kirchenmitglieder angehören dürften. Außerdem sei den Beschäftigten mitgeteilt worden, dass ein Kirchenaustritt ein Kündigungsgrund sei. "Solch einen Religionszwang machen wir nicht mit", kritisierte Bühler. Die Mitarbeiter hätten gültige Arbeitsverträge, die ihre Glaubensfreiheit nicht einschränkten. Der Sprecher der rheinischen Diakonie, Kurt Holz, wies die Vorwürfe zurück. "Es stimmt nicht, dass die Beschäftigten jetzt den Interessen des Dienstgebers völlig schutzlos ausgeliefert sind", sagte Holz dem epd in Düsseldorf. Es gebe zwar keinen Betriebsrat mehr, dafür gelte aber das kirchliche Mitarbeitervertretungsrecht. Das Krupp-Krankenhaus habe sowohl die juristischen als auch die fachlichen Anforderungen erfüllt, um Mitglied des Diakonischen Werkes zu werden. Ausschlaggebend seien auch die "bewusst evangelische Ausrichtung des Hauses" sowie "überzeugte Protestanten" in der Geschäftsführung gewesen, unterstrich Holz. (17.1.06)
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