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25. Januar 2006

 

Kirchen werben für Teilnahme an Betriebsratswahlen

 

In christlicher Verantwortung über Arbeitsgestaltung mitbestimmen

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, rufen gemeinsam zur Kandidatur und zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen auf. Es gehöre zu den sozialethischen Grundsätzen beider Kirchen, dass der arbeitende Mensch das Recht haben solle, über die Ausgestaltung seiner Arbeit und deren Bedingungen mitzubestimmen, so Kardinal Lehmann und Bischof Huber. Weiter heißt es in dem Aufruf,"wir bezeugen deshalb denen, die diese Aufgabe (Betriebsrat) wahrnehmen, unsere Anerkennung und unseren Respekt.

 

Pressemeldung der EKD Pressestelle : 

In christlicher Verantwortung über Arbeitsgestaltung mitbestimmen


Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, rufen gemeinsam zur Kandidatur und zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen auf, die vom 1. März bis 31. Mai in Deutschland stattfinden. Betriebsrat zu sein bedeute, eine hohe Verantwortung für die Kolleginnen und Kollegen, aber auch für ein Unternehmen und seine wirtschaftliche Zukunft zu übernehmen. „Wir bezeugen deshalb denen, die diese Aufgabe wahrnehmen, unsere Anerkennung und unseren Respekt“, schreiben die beiden Geistlichen in ihrem gemeinsamen Aufruf. „Wir bitten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre Betriebsräte zu unterstützen, auch selbst – aus christlicher Verantwortung heraus – für dieses Amt zu kandidieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.“

Es gehöre zu den sozialethischen Grundsätzen beider Kirchen, dass der arbeitende Mensch das Recht haben solle, über die Ausgestaltung seiner Arbeit und deren Bedingungen mitzubestimmen, so Kardinal Lehmann und Bischof Huber weiter. Betriebsräte trügen oft in guter Zusammenarbeit mit den unternehmerisch Verantwortlichen dazu bei, „dass im Betrieb die Würde der arbeitenden Menschen geachtet wird und nicht nur das Produkt und der Gewinn im Mittelpunkt stehen.“ Besonders angesichts des gewaltigen Umbruchs der Arbeitswelt seien Betriebsräte als „aufmerksame Zuhörer, kompetente Ratgeber und besonnene Verfechter von Arbeitnehmerrechten gefragt“.

Hannover, 09. Januar 2006
Pressestelle der EKD  Silke Fauzi

Der Aufruf Im Wortlaut:

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz


Aufruf zu den Betriebsratswahlen 2006


Vom 1. März bis 31. Mai 2006 finden in Deutschland Betriebsratswahlen statt. Wir rufen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Bereitschaft zur Kandidatur sowie zur Teilnahme an der Wahl auf.

Seit vielen Jahren stehen wir persönlich, aber auch kirchliche Sozialverbände und spezielle Seelsorgedienste im Bereich der Arbeitswelt sowie viele Kirchengemeinden mit Betriebsräten in enger Verbindung. Gemeinsam geht es uns um die abhängig Beschäftigten, um ihre Sorgen und Hoffnungen.

Erwerbsarbeit ist nach dem Verständnis christlicher Sozialethik ein elementarer Bestandteil des menschlichen Lebens. Arbeit hat Rechte, Arbeit hat Würde. Darum gehört es auch zu den sozialethischen Grundsätzen beider Kirchen, dass der arbeitende Mensch das Recht haben soll, über die Ausgestaltung seiner Arbeit und deren Bedingungen mitzubestimmen. Betriebsräte sollen die Rechte der Beschäftigten vertreten, über die Einhaltung gesetzlicher und tariflicher Bestimmungen wachen und für ein kollegiales Miteinander sorgen. So tragen sie oft in guter Zusammenarbeit mit denen, die in unternehmerischer Verantwortung stehen, dazu bei, dass im Betrieb die Würde der arbeitenden Menschen geachtet wird und nicht nur das Produkt und der Gewinn im Mittelpunkt stehen.

Die Arbeitswelt befindet sich in einem gewaltigen Umbruch. Massenarbeitslosigkeit, Entlassungen und Verlagerungen von Arbeitsplätzen lassen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern um ihren Arbeitsplatz fürchten. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Lohnverzicht zu leisten, längere Arbeitszeiten zu akzeptieren und soziale Sicherungen aufzugeben. In dieser Situation sind Betriebsräte als aufmerksame Zuhörer, kompetente Ratgeber und besonnene Verfechter von Arbeitnehmerrechten gefragt.

Betriebsrat zu sein bedeutet, eine hohe Verantwortung für die Kolleginnen und Kollegen, aber auch für das Unternehmen und seine wirtschaftliche Zukunft zu übernehmen. Eine solche Tätigkeit benötigt viel innere Kraft, Ausdauer, Geschick und vor allem Liebe zu den Menschen. Starke Persönlichkeiten sind gefragt. Wir bezeugen deshalb denen, die diese Aufgabe wahrnehmen, unsere Anerkennung und unseren Respekt. Wir bitten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre Betriebsräte zu unterstützen, auch selbst – aus christlicher Verantwortung heraus – für dieses Amt zu kandidieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Wir danken allen, die sich für diese Aufgabe engagieren, und wünschen ihnen viel Kraft, aber auch Freude bei ihrem Wirken für das Wohl der Beschäftigten und für die Zukunft ihres Betriebs im ganzen.

Bischof Dr. Wolfgang Huber

Karl Kardinal Lehmann

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