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20. April 2006

Krankheitsbedingte Fehlzeiten sinken weiter auf  Allzeittief

BKK-Bundesverband legt Gesundheitsreport 2005 vor 


2004 setzte sich allgemein der Rückgang des Krankenstandes fort, der bei den Betriebskrankenkassen mit einer durchschnittlichen Krankenquote von nur noch 3,6 % (2003: 3,7 %) zu einem neuen historischen Tiefstand seit Beginn der BKK Statistik (1976) führte. Dies entspricht einer Krankschreibung von 13 Kalendertagen pro Mitglied im Jahresdurchschnitt (2003: 13,5 Tage).

Auch im Bereich der stationären Behandlungen sind 2004 sowohl die Fallzahlen wie auch die Zahl der Behandlungstage je 100 Versicherte gegenüber dem Vorjahr weiter rückläufig. Die mittlere Verweildauer lag mit 9,7 Tagen je Fall etwa auf dem Vorjahresniveau (9,6 Tage je Fall). Zwar hat der zunehmende Einsatz der diagnosebasierten Fallpauschalen (DRG´s) erwartungsgemäß zu weiter abnehmenden Verweildauern für fast alle Krankheitsarten geführt, die relative Zunahme psychischer Erkrankungen schlägt sich jedoch unter anderem in dem nicht abnehmenden Gesamtmittel nieder.

Der BKK Gesundheitsreport basiert auf den Versicherten- und Leistungsdaten bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsunfällen und Krankenhausbehandlungen. 2004 waren dies 7,5 Mio. Arbeitsunfähigkeitsfälle von 7,9 Mio. Mitgliedern ohne Rentner 1 sowie 2,3 Mio. Krankenhausfälle von insgesamt 14,7 Mio. BKK Versicherten (Mitglieder mit Rentnern und Familienangehörigen)

 

Trends beim Krankenstand

 

Die bei den Betriebskrankenkassen versicherten erwerbstätigen Pflichtmitglieder waren 2004 im Schnitt 13 Kalendertage krankgeschrieben. Dies war ein halber Arbeitsunfähigkeitstag (AU-Tag) weniger als 2003 (13,5 Tage), verbunden mit einer weiteren deutlichen Abnahme gegenüber den Vorjahren (2002: 14,3; 2000: 14,8 Tage).

Die Krankenstandsquote sank hiermit auf 3,6 % gegenüber 3,7 % im Vorjahr. Im Osten wurden auf Grund höherer Fallzahlen und -dauern durchschnittlich 13,9 AU-Tage je Pflichtmitglied gemeldet, im Westen waren es dagegen nur knapp 12,8 AU-Tage

Ein durchschnittlicher Krankheitsfall dauerte bei den erwerbstätigen Pflichtmitgliedern in Gesamtdeutschland 11,9 Tage, womit sich die Dauer erstmals wieder leicht erhöht hat (2003: 11,8 Tage). Im Westen fiel die Falldauer mit durchschnittlich 11,8 Tagen deutlich niedriger aus als im Osten (12,5 Tage).

Die längerfristige Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit für das gesamte Bundesgebiet nach der Wiedervereinigung ist den Schaubildern 1.1 – 1.2 zu entnehmen. Seit 1991 hat sich die Arbeitsunfähigkeit – mit damaligen Krankheitszeiten von durchschnittlich etwa dreieinhalb Kalenderwochen je Pflichtmitglied – fast halbiert. Hierzu haben zum einen die wachsende Arbeitslosigkeit und die hiermit einhergehenden Selektionsprozesse zu immer jüngeren (und gesünderen) Belegschaften beigetragen (vgl. Kapitel 2), zum anderen beeinflussen die sektoralen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt mit ihren Auswirkungen auf die Beschäftigungsstrukturen diese Entwicklung. Hervorzuheben ist hierbei das Anwachsen der Dienstleistungsbranchen mit zum Teil technischen, wissenschaftlichen oder anderweitig spezialisierten Berufen, die sich generell durch unterdurchschnittliche Krankenstände auszeichnen (vgl. Kapitel 3.1).

Sowohl die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt wie die gesetzliche Einführung der Wahlfreiheit für die GKV-Versicherten (1996) hat die Beschäftigtenstruktur der BKK Mitglieder wesentlich beeinflusst. In einer Hochrechnung der BKK Ergebnisse nach Branchen und Berufen (vgl. Kapitel 3.2) wird die Übertragbarkeit der BKK Ergebnisse auf die sozialversicherungspflichtig beschäftigte Erwerbsbevölkerung in Deutschland untersucht.

Ein weiterer entscheidender Grund für die weiter sinkenden krankheitsbedingten Fehlzeiten ist die, in der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und steigenden Arbeitslosigkeit begründeten, Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes. 

BKK Gesundheitsreport 2005      "Krankheitsentwicklungen - Blickpunkt: Psychische Gesundheit"  (pdf ca 2,6 MB )

Website des Bundesverbandes der  BKKén     www.bkk.de

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