26. Juli 2006Deutsche wollen selbstbestimmt in Rente gehen Der Großteil der deutschen Arbeitnehmer will einer Umfrage zufolge nicht frühzeitig zum alten Eisen gehören. Mehr als drei Viertel der befragten Deutschen möchten bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittalters beruflich aktiv bleiben, ergab eine Befragung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.
- Aber nur 21 Prozent wünschen sich demnach für die letzten Arbeitsjahre einen Vollzeitjob. Außerdem möchten sechs von zehn Befragten ihren persönlichen Renteneintritt im Alter zwischen 60 und 67 Jahren selbst bestimmen; dafür würden sie auch finanzielle Abschläge bei einer früheren Rente in Kauf nehmen.
- Eine ausreichende Versorgung durch die Rente im Alter halten die Bundesbürger offenbar keinesfalls für sicher.
- Mehr als sieben von zehn Befragten erwarten, dass sie auch in der nachberuflichen Phase noch dazuverdienen müssen.
- Bei den 35- bis 39-Jährigen waren dies sogar 82 Prozent.
- Dennoch wünschten sich insgesamt nur 44 Prozent einen Nebenjob im Alter, hieß es in der Studie.
- Fast alle Befragten wollen sich im Ruhestand vor allem um Familie und Freunde kümmern, mehr als zwei Drittel wollen sich außerdem gesellschaftlich engagieren.
Für die repräsentative Studie befragte TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung Mitte Mai 1001 Erwerbstätige. Die Interviewpartner waren im Alter zwischen 35 und 55 Jahren, wären also von den aktuellen Rentenreformen und der damit verbundenen Anhebung des Renteneintrittsalters betroffen.
Im Jahr 2004 arbeiteten in der Bundesrepublik nach Angaben der EU-Statistiker nur 41,8 Prozent aller Menschen zwischen 55 und 64 Jahren.
In Schweden beispielsweise lag die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe dagegen noch bei 69,1 Prozent, in Dänemark bei 60,3 Prozent. Nach Ansicht der Stiftung ist die Politik aufgerufen, neue Formen des fließenden Übergangs zwischen Arbeit und nachberuflichem Engagement zu entwickeln.
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