28. Juli 2006Kinderschutzbund: 2,5 Millionen arme Kinder Seit 2004 mehr als verdoppelt Mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben laut Kinderschutzbund auf Sozialhilfeniveau mehr als doppelt so viele wie noch 2004. Das ist eine erschreckende Zahl, die weit höher ist, als wir befürchtet haben, sagte Kinderschutzbundpräsident Heinz Hilgers am Donnerstag.
Von 15 Millionen Kindern in Deutschland hätten 2,5 Millionen kaum Bildungschancen und lebten mit einem hohen Gesundheitsrisiko. Hilgers forderte, dass Kindern unabhängig vom Einkommen der Eltern ein Weg in die Zukunft geebnet werden müsse. Hilgers berief sich unter anderem auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA), in denen bei den Familien von Langzeitarbeitslosen neuerdings auch die Zahl der Kinder zwischen 15 und 18 Jahren aufgeführt ist. In Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften leben der Nürnberger Behörde zufolge derzeit rund gut 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche. Hinzu kommen nach Angaben des Kinderschutzbundes in Hannover nahezu 400 000 Kinder, die von anderen Transferleistungen leben unter anderem von Sozialhilfe für nicht Erwerbsfähige, Mitteln nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und von Sozialgeld. Bisher hatte der Kinderschutzbund nach eigenen Angaben die Zahl der in Armut lebenden Kinder bis 18 Jahre auf rund 2,2 Millionen geschätzt. Wir mussten vorher immer schätzen und wurden beschimpft, Horrorzahlen zu verbreiten, sagte Hilgers. Aber die Wahrheit ist viel schlimmer. Die Schere zwischen wohlhabenden und armen Kindern gehe immer weiter auseinander.
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