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01. August 2006

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Experten sehen „Sensation“

am Arbeitsmarkt


Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Monat unerwartet stark verbessert. Dies verlautete am Montagabend vorab aus Kreisen der Bundesagentur für Arbeit, die am heutigen Dienstag die offiziellen Juli-Daten vorstellen wird.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit erwartet für das zweite Halbjahr 2006 einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt rechnet das IAB mit 4,56 Millionen Arbeitslosen. Das sind 300.000 weniger als im Vorjahr.

Erstmals seit Jahrzehnten, so hieß es aus Expertenkreisen, sei jetzt in einem Juli die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Juni zurückgegangen. Üblich ist normalerweise – selbst in konjunkturell günstigen Zeiten – ein leichter Anstieg von Juni auf Juli u.a. wegen der Betriebsferien und dem Ende von Schul- und Ausbildungszeiten. Wie vorab dem Halbjahresbericht zu entnehmen ist, waren in diesem Jahr im Juli 4,385 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – rund 12 000 weniger als im Juni. Bereinigt um saisonale Einflüsse ging die Arbeitslosenzahl sogar um 80 000 zurück.

Arbeitsmarktexperten sprachen von „einer sensationellen Entwicklung“. Noch in den vergangenen Tagen hatten die meisten Wirtschaftsinstitute für Juli eine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen zwischen 50 000 und 100 000 vermutet. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Arbeitsagentur verbesserte gestern seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich.

Im Jahresdurchschnitt werde die Arbeitslosenzahl mit 4,56 Millionen um 300 000 niedriger als im Vorjahr liegen. In früheren Vorausschätzungen hatte das IAB lediglich mit einem Rückgang von zunächst 40 000 und dann von 200 000 gerechnet. Stets nahm in der Vergangenheit in einem Juli die Zahl der registrierten Arbeitslosen zu, weil am Quartalsende im Juni Entlassungen anstanden, Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt drängten und neue Einstellungen vielfach erst nach den Ferien vorgenommen wurden. Dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer folgt im Herbst in der Regel eine Abnahme, bevor sie in den Wintermonaten wieder steigt und im Frühjahr erneut abnimmt.

In seiner gestern vorgelegten „aktuellen Projektion“ geht das IAB von einer „besseren wirtschaftlichen Entwicklung aus, als noch vor einem halben Jahr erwartet worden war“. Die vom Export, den Investitionen und zunehmend von der Binnennachfrage getragene Konjunktur belebe den Arbeitsmarkt, schreibt das Institut. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nehme wieder zu und werde 2006 mit 26,29 Millionen um rund 10 000 über dem Jahresdurchschnitt 2005 liegen. Insgesamt werde die Zahl der Erwerbstätigen bei 38,84 Millionen liegen – 600.000 mehr als im Vorjahr. Im Juni waren sogar mehr als 39 Millionen Menschen beschäftigt – 260 000 mehr als noch im Februar.

Der Kurzbericht des IAB Ausgabe Nr. 12 vom 26.07.2006  im pdf Format

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