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04. August 2006

"Wir können keinen WM-Effekt sehen"

Fußball bringt Einzelhandel nicht den erhofften Zuwachs

 

Die Fußball-WM hat dem deutschen Einzelhandel nicht den erhofften Zuwachs gebracht. Im Juni stiegen die Umsätze der Händler nominal nur leicht um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, berichtete das Statistische Bundesamt  (Bericht des Destatis)

Inflationsbereinigt gab es sogar ein Minus von 0,4 Prozent. "Wir können bislang keinen WM-Effekt sehen", sagte ein Statistiker, allerdings müsse der Juli abgewartet werden. Die WM hatte am 9. Juni begonnen. Der Juni habe allerdings auch einen Verkaufstag weniger gehabt als der Juni 2005.

Mehr Bier und Zigaretten abgesetzt

Die Fans brachten den Geschäften Umsatzzuwächse beim Verkauf von Bier, Getränken und Zigaretten (plus 1,1 Prozent). Auch Bekleidungs- und Schuhgeschäfte verzeichneten ein leichtes Plus (0,2 Prozent). Deutlich zulegen konnten nur Apotheken und Drogerien (plus 1,7 Prozent). Einen kräftigen Einbruch verzeichnete der Versandhandel (minus 11 Prozent). Waren- und Kaufhäuser mussten ein Minus von 2,6 Prozent verbuchen.

ZITAT

"Anfang 2007 fallen wir in das Mehrwertsteuerloch."  Sebastian Wanke, DekaBank

Insgesamt konnte der deutsche Einzelhandel im ersten Halbjahr nominal 1,4 Prozent und real 0,7 Prozent mehr verkaufen als in der ersten Jahreshälfte 2005. "Wobei diese Umsatzsteigerungen vor allem auf den Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln zurückzuführen sind", schrieben die Statistiker. Der HDE erwartet für den Einzelhandel im engeren Sinn 2006 ein nominales Umsatzplus von bis zu einem Prozent.

"In diesem Jahr wirkt die Konsumpeitsche der großen Koalition und Anfang 2007 fallen wir in das Mehrwertsteuerloch", sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. Wegen der Mehrwertsteuererhöhung gehen Analysten von einer Belebung des privaten Konsums in der zweiten Jahreshälfte aus. Insgesamt bleibe der Trend jedoch verhalten, sagte Rainer Guntermann von Dresdener Kleinwort: "Es hängt letztlich am Arbeitsmarkt." Die Einkommen stiegen nicht ausreichend und die hohen Energiepreise belasteten weiter die privaten Haushalte, sagte Commerzbank-Experte Solveen.

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