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08. August 2006

Armes Deutschland?

Zwei aktuelle Meldungen die sich zu widersprechen scheinen

 

Vermögen steigt und steigt

 

/Aktuell/Bilder/Vermögen 2006 

 

 

 

Die Bundesbürger haben ein billionenschweres Vermögen aufgehäuft (nicht alle). Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank belief sich der Wert des Geldvermögens am Jahresende 2005 auf 4260 Milliarden Euro. Dem steht allerdings ein – wenn auch wesentlich geringerer – Schuldenberg gegenüber. Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte summierten sich auf 1569 Milliarden Euro.

 

Der größte Teil der Schulden entfiel auf Wohnungsbaukredite. Das Geldvermögen von durchschnittlich rund 108 500 Euro pro Kopf wird geschmälert durch Verbindlichkeiten in Höhe von 40 000 Euro.


Gleichzeitig immer mehr Insolvenzen bei Verbrauchern

 

Eine drastische Erhöhung der Verbraucherpleiten, aber deutlich weniger Firmeninsolvenzen:

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben deutsche Amtsgerichte insgesamt 36 335 Verbraucherinsolvenzen verzeichnet. Damit hat die Zahl der zahlungsunfähigen Privatpersonen um 44,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugenommen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Allein im Mai hat die Zahl nach Angaben der Wiesbadener Statistiker bei 8002 gelegen, was einem Plus von 54 Prozent im Vergleich zum Mai des vergangenen Jahres entspricht.

Dagegen setzte sich der Trend zu weniger Firmenpleiten fort:

Von Januar bis Mai wurden insgesamt 13 846 Unternehmensinsolvenzen gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Mai verringerte sich diese Zahl um 8,4 Prozent auf 2840 Firmenpleiten.

 

Zusammen mit den Insolvenzen anderer privater Schuldner und so genannter Nachlassinsolvenzen stieg die Gesamtzahl der Pleiten im Mai damit auf 13 582. Das waren 26,2 Prozent mehr als im Mai 2005. Die voraussichtlichen offenen Forderungen schätzen die Gerichte für Mai auf 2,9 Milliarden Euro. Im Vorjahresmonat waren es noch 2,8 Mrd. Euro gewesen.

Obwohl die Unternehmensinsolvenzen nur ein Viertel aller Fälle ausmachten, seien auf sie rund 60 Prozent der Forderungen entfallen, erklärten die Statistiker.

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