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10. August 2006

Bundesweit fehlen 300 000 Ausbildungsplätze

 

Angesichts von 300 000 fehlenden Lehrstellen schlagen die Gewerkschaften Alarm. Die Kluft zwischen betrieblichen Lehrstellen und Bewerbern sei 2006 so groß wie seit fünf Jahren nicht mehr, sagte der stellvertretende Verdi-Chef Frank Werneke.

Derzeit gebe es 678 000 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchten, und nur etwa 388 000 betriebliche Ausbildungsplätze. Grund seien ein sinkendes Lehrstellenangebot und mehr Schulabgänger als noch vor einem Jahr.

Niedersachsen

DGB: Lage auf dem Lehrstellenmarkt „alarmierend“

 

Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt in Niedersachsen ist aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) „alarmierend“. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze gehe seit dem Jahr 2000 ständig zurück, sagte DGB-Jugendvertreter Frank Ahrens am Dienstag in Hannover.

Im Vergleich zum Vorjahr sei sie um 4,6 Prozent gesunken. 63 000 Jugendlichen, die auf der Suche nach einer Lehrstelle seien, stünden derzeit nur 41 000 Lehrstellen gegenüber. „Der Ausbildungspakt ist gescheitert“, sagte Ahrens.

Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) wies die Kritik zurück: „Die Zusagen des Paktes wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als erfüllt.“

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte am Montag mit einer Telefonaktion in Hannover zusätzliche Ausbildungsplätze eingeworben. „Appelle und PR-Aktionen sind schön und gut“, sagte Ahrens. „Aber trotzdem geht die Zahl der Ausbildungsplätze seit Jahren zurück.“

Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung liege die tatsächliche Nachfrage nach Lehrstellen sogar um dreißig Prozent über der offiziellen Statistik der Bundesagenturen für Arbeit.

Um die Lage auf dem Lehrstellenmarkt zu entschärfen, fordert der DGB ein bundesweites „Sofortprogramm“. Mit dem Überschuss der Bundesagentur für Arbeit könnten bundesweit 50 000 und in Niedersachsen 4000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden, sagte DGB-Arbeitsmarktexperte Ulrich Gransee.

„Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, sich für das Sofortprogramm stark zu machen.“ Die Kosten von jährlich bundesweit rund 650 Millionen Euro sollen im ersten Jahr von der Bundesagentur für Arbeit und in den Folgejahren von Bund und Ländern getragen werden

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