15. August 2006Wirtschaft brummt:Das stärkste Wachstum seit fünf Jahren Der Konjunkturmotor in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf: Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2006 so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr gewachsen um 0,9 Prozent. Das Bundesamt für Statistik meldet, dass vor allem aus dem Inland Wachstumsimpulse gekommen seien. Besonders die Investitionen in Bauten und neue Produktionsanlagen belebten demnach die Wirtschaft. Auch der private Konsum habe zugelegt. Experten reagierten überrascht und freuten sich, dass die Statistiker ihre Wachstumsdaten auch für das erste Quartal von 0,4 auf 0,7 Prozent angehoben hatten. Das Wirtschaftswachstum werde robuster und stehe auf zwei Beinen: Es sieht besser aus als gedacht, sagte Holger Schmieding, Volkswirt der Bank of America. Die ersten Konjunkturforscher erhöhten bereits ihre Prognosen für das gesamte Jahr. |  |
2006 könnte die Wirtschaft um mehr als zwei Prozent zulegen das wäre ein neuer Rekord nach dem Boomjahr 2000. Bisher waren die Ökonomen von etwa 1,8 Prozent ausgegangen. Die Bundesregierung bleibt mit ihrer Erwartung etwas zurückhaltender und rechnet nach wie vor mit 1,6 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht aber angesichts der positiven Daten den konjunkturellen Knoten der letzten Jahre endgültig geplatzt. Die Eintrübung der Weltkonjunktur und die geplante Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 drohen den Aufwärtstrend jedoch bald zu bremsen. Vor allem die Mehrwertsteueranhebung von 16 auf 19 Prozent wird von den meisten Ökonomen als das größte Konjunkturrisiko gesehen, weil dadurch die Inlandsnachfrage gedämpft werde. Hinzu kommt die unsichere weltpolitische Lage, speziell im Nahen Osten, wo große Ölvorräte lagern. In der Euro-Zone legte die Wirtschaft im zweiten Quartal um 2,4 Prozent zu.
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