24. August 2006 Umfrage zum Mindestlohn: | |  |
60 Prozent der Deutschen für gesetzlichen Mindestlohn
In einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap sprach sich eine klare Mehrheit der Befragten für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland aus. Gegenüber einer früheren Umfrage im März 2006 stieg die Gesamtzahl der Befürworter von 57 auf 60 Prozent. Befragt nach Parteipräferenzen hat sich bei Anhängern nahezu aller Parteien eine klare Mehrheit für einen gesetzlichen Mindestlohn etabliert. Überraschend ist, dass trotz der ablehnenden Haltung von Partei und Bundestagsfraktion, die Zahl der Befürworter eines Mindestlohns unter den FDP-Anhängern in den vergangenen fünf Monaten um acht Prozentpunkte angestiegen ist. Nur noch 49 Prozent lehnen eine gesetzliche Mindestlohnregelung ab. Eine Abnahme von 9 Punkten. Auch innerhalb der Unions-Anhängerschaft hat sich eine klare Mehrheit für einen gesetzlichen Mindestlohn (56 Prozent) etabliert. Nur noch 33 Prozent lehnen eine solche Regelung ab. Zustimmung für 7,50 Euro quer durch alle Wählerschichten In Deutschland wächst die Mehrheit der Bevölkerung für einen gesetzlichen Mindestlohn. In einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap (Erhebungszeitraum 22. und 23. August 2006) befürworten 60 Prozent der Menschen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. Das sind drei Prozentpunkte mehr als noch vor einem halben Jahr. Nur noch 30 Prozent sprechen sich gegen die Gewerkschaftsforderung aus. 56 Prozent der Befürworter halten einen Mindestlohn von 7,50 Euro für angemessen, 36 Prozent für zu niedrig und nur drei Prozent für zu hoch. Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske sagte: "Die Menschen wollen, dass die Lohnspirale nach unten gestoppt wird. Daran hängen auch unsere Renten- und Gesundheitssysteme. Wir brauchen einen Mindestlohn, damit man überhaupt noch von einer sozialen Marktwirtschaft in unserem Lande sprechen kann."
Die Ausweitung des Entsendegesetzes auf die Gebäudereinigung sei "gut, aber nur ein erster Schritt." Es müsse "Schluss sein mit Löhnen, von denen keiner leben und erst recht keine Familie ernähren kann". Aufgabe der Gesellschaft sei es, allen Beschäftigten zu einer fairen Gegenleistung für ihre Arbeit zu verhelfen. Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Franz-Josef Möllenberg mahnte "eine schnelle Initiative gegen Lohndumping und wachsende Lohnarmut" an. In Deutschland müsse "möglich sein, was in allen anderen europäischen Ländern mit Erfolg praktiziert wird." Möllenberg verwies darauf, dass in England und Frankreich der Mindestlohn in diesem Jahr weiter erhöht wird. Die Umfrage bestätige, "dass die Menschen in Deutschland quer durch alle Parteien ein feines Gespür für Moral und Würde haben", erklärten die Gewerkschaftsvorsitzenden von ver.di und NGG. "Notorische Neinsager unter den Regierenden" hätten in dieser Sache nicht die Unterstützung ihrer Wähler. Nach der Infratest dimap-Umfrage sprachen sich 56 Prozent (zehn Prozent mehr als vor einem halben Jahr) der CDU/CSU-Anhänger und sogar 44 Prozent (plus acht Prozent) der FDP-Anhänger für einen gesetzlichen Mindestlohn aus. Bei den SPD-Wählern gibt es 67 Prozent (plus vier) Zustimmung und bei den Grünen-Wählern sogar 71 Prozent (plus zwölf Prozent). Anhänger der Linken verlieren drei Prozent, kommen aber auf 81 Prozent Befürworter Das Ergebnis der Infratestumfrage im Detail pdf 107 kb
Weitere Informationen zum Thema Mindestlohn unter www.mindestlohn.de
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