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21. September 2006

Kritik an 30% Gehaltssprung für Siemens Vorstand

 

Die geplante 30-prozentige Gehaltserhöhung für die Siemens-Vorstände stößt bei der IG Metall auf scharfe Kritik. Angesichts der Tatsache, dass der Konzern unter anderem bei der IT-Tochter SBS die Personalkosten drastisch senken wolle, sei der Aufschlag „maßlos und unverschämt“, sagte Werner Neugebauer, Chef der IG Metall Bayern.
Aufsichtsratsvorsitzender Heinrich von Pierer begründete die Anhebung damit, dass die Siemens-Vorstände nach drei Jahren ohne Gehaltserhöhung am unteren Ende vergleichbarer Unternehmen liegen.


Gehaltssprung bei Siemens empört auch Politiker

 

30 Prozent mehr für den Vorstand – das versteht nur die FDP

 

Die kräftige Gehaltserhöhung für die Vorstände des Siemens-Konzerns hat unter Politikern eine Welle der Empörung ausgelöst. SPD-Fraktionschef Peter Struck nannte die Ausweitung der Bezüge um 30 Prozent für alle zwölf Vorstände des Unternehmens „instinktlos“. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hielt den Siemens-Managern vor, ohne Rücksicht auf die Beschäftigten Geld in die eigene Tasche zu scheffeln. Es könne nicht sein, dass die Politik über Mindestlöhne verhandele und sich gleichzeitig Menschen, denen es ohnehin schon gut geht, kräftige Gehaltserhöhungen genehmigten.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller betonte, es sei nicht nachzuvollziehen, warum Unternehmen ständig Opfer von Arbeitnehmern erwarteten und zugleich Managerbezüge derartig aufstockten. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber nannte die Erhöhung einen „bedauerlichen Vorgang“. „Das kann auch von den Arbeitnehmern nur so verstanden werden, dass man beim Vorstand mit anderen Maßstäben misst“, sagte der CSU-Chef. „Ihren Beschäftigten predigen die Manager Wasser, während sie selber ihre Weinvorräte aufstocken“, kritisierte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer. Der Konzern ist im Umbau, der Vorstand hat Geschäftsteile verkauft, Tausende Stellen gestrichen und von Teilen des Personals Mehrarbeit bei Lohnverzicht verlangt.

Ein Siemens-Sprecher verwies am Mittwoch darauf, dass der Konzern bei der Vorstandsvergütung nicht vor vergleichbaren Unternehmen liege. Im vergangenen Geschäftsjahr erhielt der Siemens-Vorstand rund 28 Millionen Euro in bar und Wertpapieren. Konzernchef Klaus Kleinfeld verdiente allein rund 3,3 Millionen Euro. Das Aufsichtsratspräsidium beschloss nun die Gehaltserhöhungen, denen zufolge allein Kleinfeld rund eine Million Euro mehr bekommt. Dem Gremium, das über die Gehälter entscheidet, gehören neben Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und Siemens-Betriebsratschef Ralf Heckmann an.

Allein FDP-Generalsekretär Dirk Niebel wandte sich gegen die Kritik. Es sei nicht Aufgabe der Politik, über Managerbezüge zu entscheiden, sagte er

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