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22. Februar 2007

Mehr als 900 Diakonie-Beschäftigte aus Hannover demonstrieren für mehr Lohn

 

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Hannover  Mehrere hundert Diakonie-Mitarbeiter haben am Dienstag in Hannover für mehr Lohn demonstriert. Die Gehälter der 36.000 Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen sollten um 3,8 Prozent steigen, forderten sie. "Soziale Arbeit hat ihren Preis", sagte Brigitte Horn von der Gewerkschaft ver.di bei einer Kundgebung. Die Beschäftigten müssten endlich teilhaben an der allgemeinen Einkommensentwicklung. "Ein weiterer Verzicht auf Lohnerhöhungen treibt die Lohn- und Finanzierungsspirale weiter nach unten", sagte Horn weiter. Dies könne auch nicht im Sinne der Arbeitgeber sein. Die Beschäftigten kritisierten Kürzungspläne der Arbeitgeber unter anderem bei Zulagen und beim Weihnachtsgeld. Diese summierten sich auf 13 Prozent.

Mit Trillerpfeifen und Transparenten, auf denen Parolen wie "Fairer Lohn für alle" und "Soziale Arbeit ist mehr wert" zu lesen waren, zogen sie vom Krankenhaus Henriettenstiftung zum Sitz des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche.Diakonie-Direktor Manfred Schwetje appellierte an die Arbeitnehmer, sich mit den Arbeitgebern in vernünftigen Verhandlungen zu einigen. Die genannten Zahlen wies er als "Vorgeplänkel" zurück: "Gespräche über Entgelte finden nicht auf der Straße statt." In der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie seien Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich stark vertreten, hier werde es zu einer fairen Lösung kommen.

 

Schwetje forderte alle Beteiligten auf, den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der diakonischen Einrichtungen ins Auge zu sehen. Er zeigte aber auch Verständnis für das Anliegen der Mitarbeiter. Pflegerische und betreuende Arbeit sei gesellschaftlich insgesamt unterbewertet: "Es ist heute teurer, ein Auto zu waschen, als einem Menschen die Grundpflege zukommen zu lassen." Die Arbeit in der Pflege sei sehr hart: "Die Leute sind abends platt." Viele litten unter einem Burn-out-Syndrom. Die Kompetenz der Menschen in sozialen Berufen müsse politisch stärker gewürdigt werden.

 

(epd Niedersachsen-Bremen/b0464/20.02.07)      

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