05. Oktober 2006 Kirche bestimmt künftig über Religionslehrer | |  |
Evangelische Religionslehrer in Niedersachsen brauchen künftig eine kirchliche Bestätigung, die sogenannte Vokation (siehe Vorbericht vom 27. Juli 06) . Kultusminister Bernd Busemann (CDU) und die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen schlossen am Mittwoch eine entsprechende Vereinbarung, wie die Konföderation mitteilte. Für die Kirchen unterzeichneten der braunschweigische Bischof Friedrich Weber und der hannoversche Oberlandeskirchenrat Jörg-Holger Behrens. In der Vereinbarung verpflichtet sich das Land, nur Lehrer mit Religionsunterricht zu betrauen, deren Eignung von ihrer Religionsgemeinschaft anerkannt wird. Voraussetzung für die Vokation sind die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche und die Teilnahme an einer Einführungstagung.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat unterdessen die Notwendigkeit eines Schulfachs Religion betont. Am Mittwoch wurden in Hannover Zehn Thesen zum Religionsunterricht veröffentlicht.
Religiöse Bildung braucht ein eigenes Schulfach Religion EKD veröffentlicht "Zehn Thesen zum Religionsunterricht"
"Religion ist und bleibt eine wichtige Dimension menschlichen Lebens und gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dementsprechend wächst die Bedeutung des Religionsunterrichts an den Schulen.", betont der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, im Vorwort zu "Zehn Thesen des Rates der EKD zum Religionsunterricht", die am heutigen Mittwoch in Hannover veröffentlicht werden. Der Religionsunterricht sei ein unentbehrlicher Beitrag dazu, dass Schülerinnen und Schüler von ihrer Religionsfreiheit einen eigenständigen Gebrauch machen können. Der gesellschaftliche Diskurs brauche diesen Raum, der die Beheimatung in der je eigenen Überzeugungswelt stärkt und zum Dialog zwischen unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Positionen befähigt. Dafür solle sich die Gesellschaft im Ganzen engagieren, so der Ratsvorsitzende weiter. Auch der Bundespräsident hat in seiner letzten Berliner Rede den Religionsunterricht für unverzichtbar erklärt und hervorgehoben, wie wichtig es sei, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird. In den vergangenen Jahren hat sich zum einen die Schulentwicklung enorm beschleunigt. Zum anderen wird die Debatte über die Notwendigkeit schulischer Lebensorientierung und Wertevermittlung mit großer Intensität weitergeführt. In dieser Situation will die evangelische Kirche, die den Religionsunterricht auch in Zukunft unterstützen wird, ihre Position knapp und übersichtlich markieren: "Religionsunterricht ist eine Aufgabe der staatlichen Schule und des freiheitlich-demokratischen Staates, die nur in Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften erfüllt werden kann. Andere auf Religion und Werte bezogene Fächer können den Religionsunterricht ergänzen, machen ihn aber keineswegs überflüssig. Der Religionsunterricht trägt zu einer produktiven und profilierten Schulentwicklung bei.", lauten einige der Thesen. Die nun vorgelegten Thesen wurden von der Kammer der EKD für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend erarbeitet. Ihr gehören Bildungsexperten aus verschiedenen beruflichen Umfeldern an, so etwa die hessische Kultusministerin, Karin Wolff, und der Direktor des Deutschen Jugendinstitutes, Thomas Rauschenbach. Hannover, 04. Oktober 2006 Pressestelle der EKD Christof Vetter EKD Broschüre "10 Thesen zum Religionsunterricht" in pdf
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