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11. Oktober 2006

 

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2006 ein weiteres verlorenes Jahr für viele Jugendliche


Die Zahl unversorgter Jugendlicher steigt kontinuierlich an, trotz Ausbildungspakt

Zu den Ausbildungsdaten der Bundesagentur für Arbeit erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Mittwoch in Berlin:

"Die ohnehin schon schlimmen Erwartungen bezüglich der Zahl der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz wurden noch einmal übertroffen. Die Lücke beträgt jetzt also 50.000. Dazu kommen 100.000 junge Menschen, die in Warteschleifen stecken oder notgedrungen auf eine Ausbildung verzichten. Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal.

„Zum Ausbildungsstart sind abermals weniger betriebliche Ausbildungsplätze durch die Unternehmen angeboten worden als im Vorjahr“, betonte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke angesichts der heute veröffentlichten Ausbildungszahlen. Insgesamt seien 7.700 Plätze gestrichen worden. 349.000 jugendliche Bewerber hatten keine Chance auf einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb. Damit sei 2006 wieder ein weiteres verlorenes Jahr für viele Jugendliche.

„Die Ausbildungsplatzsituation darf nicht länger mittels statistischer Spitzfindigkeiten heruntergespielt werden. Stattdessen brauchen die jungen Menschen nun endlich konkrete Problemlösungen“, forderte Werneke von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft.

Der Ausbildungspakt zwischen Wirtschaft und Regierung ist nach Meinung des DGB gescheitert. Seit dem Inkrafttreten dieses Paktes steigt die Zahl der unversorgten Jugendlichen kontinuierlich an. Dies ist ein Armutszeugnis für den Pakt. Durchhalteparolen und Augenwischerei ersetzen echte Lösungen. Die Wirtschaft führt die Große Koalition ebenso an der Nase herum wie schon Rot-Grün, heißt es in einer Erklärung.

Nur 23 Prozent der Betriebe bilden aus. Dabei könnten viel mehr Betriebe ausbilden - und würden davon auch profitieren. Ausbildung rechnet sich. Vor allem die DAX-Unternehmen, die zum Teil riesige Gewinne einfahren, schrauben ihre Ausbildung zurück. Damit schneiden sie sich ins eigene Fleisch.

Der DGB bekräftigt seine Forderung nach einem Sofortprogramm für 50.000 außerbetriebliche Ausbildungsplätze, um die Notsituation auf dem Ausbildungsmarkt kurzfristig zu beheben. Der DGB setzt sich weiterhin für eine Ausbildungsumlage ein, die in der Baubranche seit 30 Jahren erfolgreich praktiziert wird. Firmen, die ausbilden, sollen entlastet werden, Firmen die nicht ausbilden, sollen ihren Beitrag zur Ausbildung leisten. Das schafft nicht nur mehr Ausbildungsplätze, sondern auch einen fairen Ausgleich zwischen den Unternehmen."

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