7. Dezember 2006 Wohlfahrtsverbände: Ruf nach Konsequenzen aus Armutsstatistik
Berlin (dpa) - Große Wohlfahrtsverbände haben Konsequenzen aus der Armutsstatistik des Statistischen Bundesamtes gefordert. Das Arbeitslosengeld II müsse um 20 Prozent auf 415 Euro aufgestockt werden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Werner Hesse, den Dortmunder Ruhr Nachrichten.
Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, forderte mehr gezielte Investitionen in Bildung und Betreuung. «Wir müssen den Teufelskreis von Armut und Bildungsnachteilen aufbrechen», sagte Schmidt der «Braunschweiger Zeitung». Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland 13 Prozent der Bürger von Armut bedroht oder arm. Im Jahr 2004 seien 10,6 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren, betroffen gewesen. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die pro Monat weniger als 856 Euro hatten, das sind 60 Prozent des mittleren Einkommens von 1427 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern ist demnach armutsgefährdet, wenn ihr weniger als 1798 Euro zur Verfügung stehen. Hesse sagte: «Die Zahlen sind solide. Sie dürften inzwischen jedoch noch höher ausfallen.» Das Bundesamt habe die Daten für das Jahr 2004 ausgewertet. «Die Entwicklung durch die Hartz-IV-Gesetzgebung ist deshalb noch nicht berücksichtigt», sagte Hesse. Er rechne damit, dass es mittlerweile noch rund ein Prozent mehr von Armut bedrohte Menschen in Deutschland gebe. Schmidt sagte: «Offenbar steckt hinter der erkannten Armut nicht ein höheres Potenzial an Armutsgefahr
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