08. Dezember 2006 Hamburger Krankenhäuser vor Entlassungswelle
LBK will offenbar bis zu 600 Arbeitsplätze abbauen
Der privatisierte Landesbetrieb Krankenhäuser (LBK) will nach Informationen der Arbeitnehmervertreter im kommenden Jahr offenbar bis zu 600 der insgesamt rund 12 000 Arbeitsplätze abbauen. Die Kündigungen seien bereits "eingetütet", erfuhr die WELT am Mittwoch aus Arbeitnehmerkreisen. Betroffen seien Mitarbeiter der zentralen Dienste, also Küchen- und Reinigungspersonal.
Mit Beginn 2007 gehen die Mehrheitsanteile der bislang städtischen Krankenhäuser auf das Klinikunternehmen Asklepios über. Die Stadt behält lediglich 25,1 Prozent. Zugleich beginnt dann die sechsmonatige Frist für rund 6800 LBK-Mitarbeiter, ihr Recht auf Rückkehr zur Stadt als Arbeitgeber wahrzunehmen. Hamburg hat aber bereits deutlich gemacht, dass es für die Betroffenen keine Arbeit gebe. Asklepios-Hauptgeschäftsführer Elmar Willebrand hatte am Montag in einem Gespräch mit der WELT deutlich gemacht, dass der LBK vor einschneidenden Veränderungen stehe, mehr aber nicht gesagt. Insidern ist jedoch seit längerem klar, dass zu diesen Veränderungen der Abbau von Arbeitsplätzen gehören wird. In den kürzlich zu Ende gegangenen Tarifverhandlungen hatte Asklepios den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für ein bis zwei Jahre angeboten. Im Gegenzug hätten alle Beschäftigten auf die Zahlung des Weihnachtsgeldes verzichten müssen. Die Gewerkschaft Ver.di hatte diesen Vorschlag jedoch abgelehnt. Die im Jahr 2004 erfolgte Privatisierung der früher sieben städtischen Kliniken ist heftig umstritten. Während Senat und CDU-Fraktion in der Bürgerschaft den Verkauf verteidigen, machen Opposition und Gewerkschaften seit Jahren dagegen mobil. Sie werfen der Regierung vor, den Volkswillen zu ignorieren. Bei einem Volksentscheid am 29. Februar 2004 hatten 76,8 Prozent gegen einen Verkauf der städtischen Krankenhäuser gestimmt.
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