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Während die Arbeitnehmervertreter 3,8 Prozent mehr Lohn für alle Beschäftigten fordern, habe die Arbeitgeberseite ein Antragspaket auf den Tisch gelegt, das nominal Einbußen von zehn bis 16 Prozent nach sich ziehen würde, so Rainer Nagel. Darin sei unter anderem die Rede von der Einführung der 40-Stunden-Woche, von einer ergebnisorientierten Zahlung des 13. Entgeltes sowie von einer zweiprozentigen Beteiligung der Beschäftigten an der Zusatz-Versorgungskasse. Eine Erhöhung der Arbeitszeit, so Nagel, bedeute Stellenabbau, und beim vom Ergebnis abhängigen 13. Gehalt bleibe nichts übrig. Für künftig eingestellte Service-Kräfte soll es bei einem Vollzeitvertrag 1250 Euro im Monat geben das macht bei einer 40-Stunden-Woche 7,22 Euro pro Stunde. Das wiederum liegt unterhalb des diskutierten Mindestlohnes, rechnete Nagel vor. Deshalb sagt Nagel ganz deutlich: Wir verhandeln erst dann weiter, wenn dieser Antrag vom Tisch ist. Das ist ein Affront. Die Kolleginnen und Kollegen hätten mit Empörung reagiert. Rainer Nagel erklärt den Hintergrund: Beim letzten Mal haben wir Absenkungen von zwei bis vier Prozent, für die unteren Lohngruppen von fünf bis zehn Prozent hingenommen mit der Erwartung natürlich, dass dies ein einmaliger Akt war und wir in der nächsten Runde zumindest einen Inflationsausgleich erhalten. Die nächste Runde hat begonnen Ende dieses Jahres läuft der Tarif aus. Mitte Januar trifft sich die Tarifkommission, um weiter zu verhandeln. Wenn denn verhandelt wird. Wir werden an diesem Tag den Arbeitgebervertretern die Unterschriftenlisten überreichen, kündigt Nagel an. Unterstützung bekommen die in der Diakonie Beschäftigten übrigens von ver.di. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft prangert die geplanten drastischen Einbußen an. Die Beschäftigten beklagen diese Einbußen vor dem Hintergrund zunehmender Arbeitsverdichtung. Und Nagel verweist auf den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Werke und neuen Direktor der Diakonie Niedersachsen, Manfred Schwetje. Dieser erklärte Ende November vor der Landessynode: Auf der anderen Seite sehe ich es als unsere Aufgabe an, in der Gesellschaft für eine angemessene Bezahlung sozialer, erzieherischer und pflegerischer Leistungen einzutreten (...) Die Grenze für den Niedriglohn muss in meinen Augen jedoch dort gezogen werden, wenn wir auch als Diakonie bei der Ausübung von einfachen Tätigkeiten selbst für vollbeschäftigte Mitarbeitende Armut produzieren würden. Rainer Nagel sagt deutlich, dass er die Kostenpunkte wie Energie und Mehrwertsteuererhöhung nachvollziehen könne. Das gelte aber eben auch für die Beschäftigten. Und ver.di schreibt in der infopost: Eine Lohnforderung von 3,8 Prozent deckt nicht mal die Mehrkosten ab, die die Beschäftigten im nächsten Jahr erwarten. Vielleicht werden viele der 35 000 Diakonie-Beschäftigten schon bald auf die Straße gehen, um ihren Forderung noch mehr Nachdruck zu verleihen. Zugleich sagt Rainer Nagel, dass man zu einem Schulterschluss mit den Arbeitgebern bereit sei, wenn es um die Refinanzierung der diakonischen Arbeit geht, um Probleme wie diese künftig verhindern zu können. Von Guido Menker Rotenburger Kreis-Zeitung
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