18. Februar 2007 
| | Tarifbarometer
Chemie-Tarifverhandlungen gestartet Metaller fordern 6,5 % | Bei den Tarifverhandlungen für die rund 550 000 Beschäftigten der Chemie-Industrie ist kein Ergebnis in Sicht. Weder Gewerkschaft noch Arbeitgeber rechneten in der ersten Tarifrunde auf Bundesebene am Donnerstag in Hannover mit einem Abschluss. Dies war allerdings auch nicht erwartet worden. Die Verhandlungen dauerten am Nachmittag an, mit einem Ende wurde am frühen Abend gerechnet. Die ersten Verhandlungsrunden in den einzelnen Tarifbezirken waren in den vergangenen Wochen erfolglos geblieben. Im Vordergrund der ersten Tarifrunde auf Bundesebene stand nach Angaben von Sprechern beider Seiten zunächst eine Debatte über die wirtschaftliche Lage der Branche. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geht auch 2007 von einer stabilen Konjunktur aus. Sie fordert daher eine deutliche Erhöhung der Entgelte, auf jeden Fall um mehr als drei Prozent. IG BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff sagte, einen Billig-Abschluss werde es mit der Gewerkschaft nicht geben. Die IG BCE fordert außerdem, die Ausbildungsoffensive in der Branche fortzusetzen. Die Arbeitgeber erwarten dagegen, dass sich das Branchen-Wachstum in diesem Jahr von vier auf zwei Prozent verlangsamt. Da gleichzeitig mit einer niedrigeren Produktivitätsrate zu rechnen sei, werde der Verteilungsspielraum geringer, erklärte der Bundesarbeitgeberverband Chemie. Tarif-Illusionen könne sich die Branche nicht leisten. Die Einkommenssteigerungen müssten für die Unternehmen dauerhaft verkraftbar sein. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot abgegeben. 2005 und 2006 hatte es eine Entgelt-Erhöhung von 2,7 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1,2 Prozent gegeben. Für die größte deutsche Industriebranche, die Metall- und Elektroindustrie, hatte die IG Metall-Spitze am Dienstag die Marschrichtung für die anstehende Tarifrunde vorgegeben. Die Forderungsempfehlung lautet auf 6,5 Prozent mehr Geld für die 3,4 Millionen Beschäftigten.
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