14. April 2007
 | | Sieben Wochen mit Hartz IV:
Das macht die Seele kaputt | Die Diakonie hat gestern deutliche Kritik an der Arbeitsmarktreform Hartz IV geübt. Der Direktor des Diakonischen Werks der Landeskirche Hannovers Manfred Schwetje sagte: Die Ziele, die der Gesetzgeber damit verbunden hat, sind nicht erreicht worden. Weder gäbe es genügend Arbeitsplätze, noch werde das Arbeitslosengeld II nur kurzzeitig in Anspruch genommen. Schwetje sagte: Es hat sich gezeigt, dass die Menschen mehrere Jahre und sogar dauerhaft mit dem Existenzminimum auskommen müssen und keine Zukunftsperspektiven haben. Die Diakonie kann kompetente Aussagen treffen: Bei einer Aktion hatten landesweit 250 Menschen sieben Wochen versucht, freiwillig auf Hartz-IV-Niveau zu leben. Die Einschätzung der Betroffenen: Wer Hartz-Geld bekommt, verhungert zwar nicht, hat aber keine Möglichkeit, über das reine Existenzminimum hinaus zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ein Diakonie-Mitarbeiter stellt fest: Auf alles, was lebenswert ist, muss verzichtet werden. Das macht die Seele kaputt. Man verhungert nicht, aber die Seele verhungert. Unwidersprochen von den Teilnehmern ist die folgende Einschätzung: Es verstärkt sich der Eindruck, dass wir in einer Gesellschaft mit eklatantem Mangel an sozialem Mitgefühl leben.
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