06. Mai 2009"Historischer Streik" vor Märkischen Werkstätten in Lüdenscheid
 | | LÜDENSCHEID - Im vergangenen Jahr waren es noch aktive Mittagspausen, mit denen Beschäftigte des evangelischen Johanneswerkes eine Lohnerhöhung einforderten. Immerhin hatte der kirchliche Arbeitgeber seit 2004 das Gehalt nicht angehoben. Aber die Aktionen zeigten keine Wirkung. Heute legten sie daher mit Unterstützung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) eine Schippe drauf und streikten den gesamten Tag. "Das hat es noch nicht gegeben in dieser Branche und ist daher ein historisches Ereignis", sagte Dietmar Skowasch-Wiers, Gewerkschaftssekretär für den Bezirk Südwestfalen. |
Die 60 Protestler, die vor den Märkischen Werkstätten am Freisenberg lautstark auf ihren Frust hinwiesen, haben sich bewusst gewerkschaftlich organisiert, da sie nach dem Streik Repressalien ihres Arbeitgebers befürchten, denn die evangelische Kirche lehnt diese Form des Arbeitskampfes rigoros als "rechtswidrig" ab. Laut einer Pressemitteilung des Landeskirchenamtes seien sie ein "Bruch des kirchlichen Rechts". Tarife in Kirche und Diakonie werden nach geltendem Kirchenrecht durch paritätisch besetzte Arbeitsrechtliche Kommissionen ausgehandelt. Kommt es zu keiner Einigung entscheidet eine Schiedskommission, deren Spruch für alle Beteiligten bindend ist. Doch dabei sei bisher nichts herumgekommen, kritisierten die Streikenden, unter ihnen auch Christoph Wippermann, der innerhalb einer extra gegründeten Betriebsgruppe gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie Verdi-Vertretern die Aktion mit vorbereitete. "Wir wollen uns nicht mehr länger hinhalten lassen und einen gerechten Lohn für unsere Arbeit", betonte er. Richard Raatz, Leiter der Märkischen Werkstätten und im Regionalverbund des Johanneswerkes für den Bereich Arbeit zuständig, verwies auf LN-Anfrage auf die Stellungnahme der Landeskirche.
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