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09. Juni 2009


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Diakonie statt Caritas: Johannesstift will Caritas Altenheime in Hannover übernehmen

04. Juni 2009 Das Evangelische Johannesstift im „Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz“ ist an der Übernahme der Trägerschaft fünf katholischer Seniorenheime in Hannover interessiert. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfuhr, ist in zwei Verhandlungsrunden zur Übernahme der „Caritas-Seniorendienste Hannover GmbH“ in allen Grundsatzfragen Übereinstimmung erzielt worden.

 

 

Die Alternative wäre die Insolvenz der Heime für gut 530 Bewohner sowie der häuslichen Pflege von 250 Patienten. Allerdings müssen nahezu alle Mitarbeiter einer Übernahme und damit einer Lohnminderung zustimmen im Austausch für einen sicheren Arbeitsplatz. Der Deutsche Caritas-Verband in Freiburg sagte, die geplante Übernahme der katholischen Einrichtungen durch einen evangelischen Träger sei bislang ohne Vorbild

Pflegesätze der Kassen stagnieren

Die Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) kann nichts an der Pflegesituation ändern

Der Caritasverband Hannover beklagt seit längerem einen Pflegenotstand in niedersächsischen Altenheimen und sieht die Ursache dafür in dem Umstand, dass die Pflegesätze der Pflegekassen im Land seit zwölf Jahren nicht erhöht worden seien. Die Pflegekassen orientieren sich an den Durchschnittskosten der Pflegeheime.

In Niedersachsen ist der Anteil privater Anbieter von Pflegeplätzen mit 59 Prozent ungewöhnlich hoch, jener der sechs freien Wohlfahrtsverbände - darunter Diakonie, Caritas und Rotes Kreuz - relativ niedrig. Private Anbieter zahlen fast durchgängig erheblich geringere Löhne als freie Wohlfahrtsverbände. In den Seniorenheimen der Caritas Hannover mit ihren 580 Mitarbeitern entfallen mehr als 80 Prozent der Gesamtaufwendungen auf Personalkosten.

Die Caritas möchte auch nach dem Wechsel der Trägerschaft in den Seniorenheimen Einfluss behalten. Ihr Signet soll am Eingang der Heime ebenso erhalten bleiben wie das Profil eines - so Tenge - „kleinen, aber feinen und selbstbewussten Anbieters“ von Pflegeleistungen mit ungewöhnlich hoher Auslastung der Pflegeplätze und einer starken Identifikation der Mitarbeiter.

Orientierung am christlichen Menschenbild

Der Leiter des Katholischen Büros in Hannover, Prälat Felix Bernard, sagte, die Übernahme von Einrichtungen der katholischen Caritas durch einen anderen christlichen Träger sei ihm lieber als deren Schließung oder ein Verkauf an private oder nichtkonfessionelle Träger - die Orientierung an dem christlichen Menschenbild und den christlichen Werten bleibe in diesem Fall erhalten.

Auf dem Gebiet des Bistums Hildesheim gibt es bereits ein ökumenisches Altenheim. Es ist das Ansgarhaus in Hannover, das von evangelischen und katholischen Gemeinden sowie von Diakonie und Caritas gemeinsam getragen wird. Zudem gibt es in Hannover ein „Haus der Religionen“, in dem sechs Weltreligionen - Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Bahaismus - in einem gemeinsamen Trägerverein vertreten sind. Eine Dauerausstellung und Vortragsreihen spiegeln deren Vielfalt und werben für wechselseitiges Verständnis.

Text: F.A.Z.


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