13. Juli 2009
 | | Mitarbeiter in Hannover kritisieren Caritas-Leitung In der Belegschaft der fünf Caritas-Altenheime in Hannover gibt es Widerstand gegen die geplante Übernahme durch das Evangelische Johannesstift aus Berlin. In einer Resolution haben nach Angaben der Mitarbeitervertretung knapp 250 der insgesamt gut 500 Beschäftigten die Caritas-Leitung aufgefordert, Verhandlungen mit anderen Interessenten aufzunehmen. Propst Martin Tenge wies die Forderungen mit Hinweis auf eine unmittelbar drohende Insolvenz zurück >> HAZ Presseartikel |
Wir fühlen uns im Moment unter erheblichem Druck, sagte eine Mitarbeiterin am Freitag, aber wir wollen uns nicht verramschen lassen. Wie berichtet, will das Evangelische Johannesstift aus Berlin die Caritas-Einrichtungen zum 1. August übernehmen, den Mitarbeitern danach aber rund 13 Prozent weniger Lohn zahlen. Sowohl die hannoversche Diakonie wie auch Landesbischöfin Margot Käßmann haben das Vorhaben kritisiert. Sie sehen ihre politischen Bemühungen um eine angemessene Entlohnung der Pflegekräfte unterminiert. Den Mitarbeitern bleibt nun bis Ende Juli Zeit, die neuen Verträge zu unterschreiben. Die Mitarbeitervertretungen raten dazu, die Kontrakte bis zur Entscheidung über weitere Verhandlungen nicht zu unterzeichnen. Sie glauben die Mehrzahl der Beschäftigten auf ihrer Seite. Für kommende Woche ist eine Protestkundgebung vor der hannoverschen Caritas-Zentrale geplant für die sonst als zurückhaltend geltenden Caritas-Mitarbeiter ein recht ungewöhnlicher Schritt. Unterstützung erhalten sie von der Gewerkschaft ver.di sowie dem Vorsitzenden der Diakonie-Mitarbeitervertretungen, Manfred Freyermuth. Er wirft dem Caritas-Management Versagen vor und befürchtet eine Abwärtsspirale, wenn ein auswärtiger diakonischer Anbieter mit niedrigeren Tarifen einsteigt. aus HAZ online11.07.09
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