15. Juli 2009  | | Tatort Hotelreinigung: Schuss vor den Bug Münchner Zoll bittet erstmals Hoteliers zur Kasse, um Dumpinglöhne bei Zimmermädchen zu bekämpfen |
Mehrere Münchener Nobelhotels werden jetzt offenbar wegen Dumpinglöhnen für die Zimmerreinigung zur Kasse gebeten. Das Hauptzollamt München hat laut Bericht des Magazins "Der Grundstein" gegen mehrere Luxushotels der Landeshauptstadt Bußgeldverfahren eingeleitet und erste Bescheide erlassen. Damit werden erstmals auch Auftraggeber dubioser Reinigungsfirmen zur Rechenschaft gezogen. Bei einer Razzia im vergangenen Oktober hatte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Zoll 13 Münchener Luxushotels überprüft und unter anderem Verstöße gegen geltende Mindestlohnregelungen festgestellt.
Das preiswerteste Einzelzimmer im Bayerischen Hof in München kostet 221 Euro. Ab 515 Euro ist eine Junior-Suite im renommierten Fünf-Sterne-Haus zu haben, bis zu 3100 Euro werden für die Suite fällig. Die Meisten derer, die die edlen Räumlichkeiten Tag für Tag in Hochglanz versetzen, sehen fast nichts von diesem Geld. Rund 45 Euro am Tag hat die 32jährige Rumänin nach eigenen Angaben als Zimmermädchen im Luxushotel verdient. Zimmer reinigen für weniger als fünf Euro Zimmermädchen, die im Auftrag einer Reinigungsfirma regelmäßig in den überprüften Hotels gearbeitet haben, sollen Berichten zufolge weniger als fünf Euro pro Stunde bekommen haben. Regulär hätten sie mindestens einen Stundenlohn von 8,15 Euro verdienen müssen. So schreibt es der aktuelle Mindestlohn-Tarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk vor. Mindestens zwei Hotels sollen die beauftragte Reinigungsfirma so schlecht bezahlt haben, dass die Löhne für die Zimmermädchen zu niedrig ausfallen mussten. Auftraggeber haften für Mindestlohn-Verstöße Nach den Vorschriften des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes ist ein Auftraggeber allerdings mitverantwortlich, wenn er illegale Beschäftigungsverhältnisse oder Mindestlohn-Verstöße akzeptiert. Die stillschweigende Duldung kann als Ordnungswidrigkeit mit Strafen zwischen 10.000 und 30.000 Euro belegt werden. Die FKS hatte nach der Münchener Razzia deshalb nicht nur Bußgeldverfahren gegen die Reinigungsfirma eingeleitet, sondern auch gegen mehrere Hotels. Zum Verlauf der Bußgeldverfahren wollten sich nach Angaben von Top Hotel weder das Hauptzollamt München noch die überprüften Hotels selbst äußern. Der Leiter der zuständigen FKS, René Matschke, wies dem Bericht zufolge darauf hin, dass Bußgeldverfahren nicht öffentlich seien. Weitere Informationen: Die ganze Geschichte aus der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein / Der Säemann",
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