28. Juli 2009  | | Tarifkompromiss im Sozial- und Erziehungsdienst
Frankfurt am Main. Nach einem Verhandlungsmarathon über fünf Tage und Nächte konnten die Gewerkschaften ver.di und GEW sowie der Verband der kommunalen Arbeitgeber VKA, vorbehaltlich der Gremienbeteiligung, eine Einigung für den Sozial- und Erziehungsdienst erzielen.
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Der Tarifabschluss steht noch unter Erklärungsfrist der Gewerkschaften bis zum 21. August 2009. Er soll zum 1. November 2009 in Kraft treten. Wie verlautet hat die Mitgliederversammlung der VKA der Einigung bereits am gestrigen Vormittag zugestimmt. Übereinstimmend bewerteten die Verhandlungsführer beider Seiten das Verhandlungsergebnis: "Es ist gelungen, die Sozial- und Erziehungsberufe aufzuwerten und deutlich zu machen, was Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen leisten", betonte der ver.di -Vorsitzende Frank Bsirske. Wir haben in harten und inhaltlich schwierigen Verhandlungen ein Ergebnis erreicht, mit dem die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld erhalten, so VKA-Präsident Dr. Thomas Böhle (Bild oben neben Frank Bsirske). Die kommunalen Arbeitgeber haben zugleich dem Druck, dem sie von vielen Seiten ausgesetzt waren, widerstanden und eine Tarifeinigung getroffen, die die schwierige Haushaltslage der Kommunen aufgrund der Finanzkrise berücksichtigt. Die kommunalen Arbeitgeber haben damit zugleich das ihre getan, um die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst zu beenden, vor allem im Interesse der betroffenen Eltern und Kinder. Die Eckpunkte der Einigung: - Erzieherinnen und Erzieher erhalten ab 1. November 2009 ein Gehaltsplus von rechnerisch rund 150 Euro monatlich, unterschiedlich verteilt auf die verschiedenen Entgeltgruppen.
- Erzieherinnen mit Normaltätigkeiten können künftig von 2.040 bis zu 2.864 Euro, Erzieherinnen mit schwierigen Tätigkeiten zwischen 2.140 Euro und 3.250 Euro und Leitungskräfte in Kindertagesstätten zwischen 2.240 Euro und 4.135 Euro im Monat verdienen.
- Die Entgelte im Sozialdienst bewegen sich über die verschiedenen Niveaus hinweg künftig zwischen 2.300 Euro und 4.525 Euro.
- Auch zum Gesundheitsschutz wurden in Ergänzung zahlreicher bereits bestehender Aktivitäten und Initiativen tarifliche Festlegungen getroffen, wie etwa zum Anspruch auf Gefährdungsanalysen und der Einrichtung von so genannten Gesundheitszirkeln.
Der Abschluss kostet die Kommunen nach Angaben des VKA zwischen 500 und 700 Millionen Euro jährlich. Die finanzielle Mehrbelastung ist für die Kommunen eine harte Nuss. Der monetären Vorleistung muss nun auch eine qualitative Aufwertung des Erzieherinnenberufes folgen, so Böhle. Frühkindliche Bildung und Erziehung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, an denen sich Bund und Länder in erheblich größerem Umfang als bisher finanziell beteiligen müssen vor allem nach den ständigen öffentlichkeitswirksamen Sympathiebekundungen für eine finanzielle Aufwertung des Erzieherinnenberufs von SpitzenpolitikerInnen jeglicher Couleur. Näheres siehe auch in der verd.di Presseerklärung >> hier
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