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06. August 2009

 

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Modell für gelebte Ökumene?

Berliner Johannesstift übernimmt Caritas-Heime

 

Nun ist sie offiziell, die bundesweit erste Übernahme mehrerer katholischer Einrichtungen durch einen evangelischen Träger. Wie Vertreter des Evangelischen Johannesstifts aus Berlin und der Caritas Seniorendienste Hannover in einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag bekanntgaben, werde das Johannesstift rückwirkend zum 1. August 90 Prozent der Gesellschaftsanteile der Caritas Seniorendienste Hannover gGmbH übernehmen.

Mit zehn Prozent bleibe der Caritasverband Hannover weiter Gesellschafter. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte der Vorsteher des Johannesstifts Martin von Essen.

Die Übernahme wurde vom Johannesstift wie berichtet von einer möglichst hohen Zustimmung (90 %) der insgesamt 580 Mitarbeiter zur, mit drastischen Lohnabsenkungen verbundenen, Überleitung ihrer Arbeitsverträge in die AVR DWBO (Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg, schlesische Oberlausitz), abhängig gemacht. In fünf Einrichtungen hätten knapp 100 Prozent der Mitarbeiter die neuen Arbeitsverträge mit den reduzierten Bezügen unterschrieben, in einer sechsten Einrichtung dagegen nur 60 Prozent, räumte von Essen ein. „Die hohe Zustimmung der anderen Einrichtungen hat uns dennoch motiviert, uns hier zu engagieren“, erklärte er. Das Stift vertraue darauf, weitere Mitarbeiter überzeugen zu können. "Hier haben wir unser Ziel noch nicht erreicht und werden weiter den Dialog suchen." Dies muss, berücksichtigt man die bisherige Vorgehensweise der Verantwortlichen, wie eine Drohung klingen, wurde doch ein Klima der Angst und Unsicherheit erzeugt und die Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt und geradezu genötigt, die neuen Arbeitsverträge zu akzeptieren.

Die Spitze der bisweilen die Realität stark verklärenden PR Bemühungen der Caritas und des Johannesstifts ist der gemeinsamen Pressemitteilung zu entnehmen und muss wohl nicht weiter kommentiert werden:

"Wir sehen in der begonnenen Zusammenarbeit eine Chance für eine neue ökumenische Gemeinschaft zwischen Caritas und Diakonie. Eine starke Gemeinschaft für die Menschen in der CSH aber auch eine starke Gemeinschaft für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege.

Gemeinsam mit Caritas und Diakonie wird sich das Evangelische Johannesstift für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Pflege einsetzen gemäß der Kampagne der Diakonie in Niedersachsen „Ich mach mich stark für die Pflege“.

Bleibt allein die Frage, warum handelt man dann genau dem entgegen. Das Diakonische Werk der Landeskirche Hannovers, wie auch die Landeskirche haben bisher einmütig einem Unterbietungswettbewerb in der Altenhilfe eine klare Absage erteilt. 

 

Siehe auch aktuelle Pressemeldungen      >> hier

 


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