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01. Dezember 2009

 

 

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Harald Frei, Geschäftsführer (RDM)

 

Rummelsberger Diakonie kommt nicht zur Ruhe:

Unruhe um Boni

Unruhe um Boni bei den Rummelsbergern.  Die Rummelsberger Diakonie kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Skandal um den früheren Vorstandsvorsitzenden Karl Heinz Bierlein, der wegen körperlicher Misshandlung von Diakonen zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, sorgen nun Bonuszahlungen an leitende Mitarbeiter für Empörung unter den 6400 Mitarbeitern des evangelischen Sozialunternehmens. Bierlein hat bis zu seinem erzwungenen Rücktritt vor zwei Jahren monatlich 2000 Euro zusätzlich zu seinem Gehalt bezogen, bestätigte die Rummelsberger Diakonie. Auch andere leitende Mitarbeiter kamen in den Genuss von Sonderzahlungen, obwohl das Unternehmen zur gleichen Zeit in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte und kaum mehr Rücklagen bilden konnte. Nur dank der Spender kam noch ein ausgeglichener Haushalt zustande.

 

In einem internen Bericht des Rummelsberger Vorstands, der von Bierlein-Nachfolger Wolfgang Bub geleitet wird, ist selbstkritisch von einem in der Vergangenheit herangewachsenen «Wildwuchs an variablen Gehaltsbestandteilen und Zulagen» die Rede. Dieser müsse durch «klare Spielregeln» ersetzt werden. Der Vorstand folgt damit einer Aufforderung des Verwaltungsrates, der laut Pressesprecher Gunnar Dillschneider erschrocken auf transparente Gehaltssstrukturen drängte, nachdem er von den Zahlungen an Bierlein erfahren hatte.

Teuer zu stehen kam der Rummelsberger Diakonie zudem die Trennung vom damaligen Hauptgeschäftsführer Christian Tölken Ende 2006. 450.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Doch Dillschneider betont: «In Rummelsberg stopft sich niemand die Taschen voll.»

Diakonie-Mitarbeiter zeigten sich gegenüber dem Evangelischen Pressedienst empört über die Zulagen-Praxis, während an anderer Stelle an allen Ecken und Enden gespart werde. Die normalen Mitarbeiter seien einem massiven Druck auf die Gehälter ausgesetzt, sagte der Vorsitzende der Rummelsberger Gesamtmitarbeitervertretung, Thomas Hinkl. Deshalb hätten die nun bekannt gewordenen Zahlungen an Führungskräfte Überraschung ausgelöst.

Die neue Führungsspitze will jetzt die Lasten der Vergangenheit wegräumen. In einem Brief an die Rummelsberger Diakoninnen und Diakone vom Donnerstag beruft sie sich auf den derzeit laufenden «umfassenden Prozess der Aufarbeitung und Neuorientierung» bei der Finanzierung der Arbeit und der Unternehmenskultur.

Im Zuge der Rummelsberger Reformen soll auch eine vor wenigen Jahren eigens gegründete Firma auf den Prüfstand, die Mitarbeiter zu schlechteren Konditionen einstellen kann, als wenn sie direkt bei der Diakonie beschäftigt wären.

Peter Reindl, epd 28.11.2009


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