10. Dezember 2009
 | | » Unzumutbare Belastung « Rummelsberger Diakonie-Chef Bub tritt zurück Rummelsberg (epd). Der evangelische Landeskirchenrat hat auf den Rücktritt des Chefs der Rummelsberger Diakonie, Wolfgang Bub, mit Bedauern reagiert. Das kirchenleitende Gremium sei irritiert, dass der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Brüderschaft sich bereits nach einem Jahr gezwungen sehe, seinen Dienst niederzulegen, sagte ein Sprecher der Landeskirche am 8. Dezember. |
Bub sprach von einem »Akt der Selbstachtung«. Die Rummelsberger Diakonie sorgte in jüngster Zeit wegen Missbrauchs-Vorwürfen, Bonuszahlungen und hohen Abfindungen für Schlagzeilen (siehe Meldung vom 1.12.09) Das Werk betrieb zudem ein Zeitarbeitsunternehmen, das Mitarbeiter zu Niedrigtarifen beschäftigte. Der 51-jährige Bub hatte zuvor überraschend bekanntgegeben, dass er von seinen Ämtern zurücktrete. Als Gründe nannte er in einer persönlichen Erklärung unzumutbare Belastungen. Mit Rücksicht auf seine Gesundheit und seine Familie gebe er nun die Führungsaufgabe ab. Querschüsse aus den eigenen Reihen und eine von ihm als unfair empfundene Presse hätten ihn veranlasst, einen Schlusspunkt zu setzen, sagte Bub dem epd. Er stand erst seit November 2008 als Nachfolger von Karl-Heinz Bierlein an der Spitze eines der größten evangelischen Sozialunternehmen in Deutschland mit rund 6.400 Beschäftigten. Die Zusammenarbeit mit den Vorstandskollegen und den Aufsichtsgremien sei bis zu seinem für alle überraschenden Rücktrittsbeschluss hervorragend gewesen, sagte Bub. Das Verhältnis zu den leitenden Mitarbeitern beschrieb er als »hoch solidarisch«. Der Rücktritt sei ganz allein sein Entschluss gewesen. »Mich hat niemand abgesägt«, betonte er. Dass er sein Amt zur Verfügung stelle, sei ein »Akt der Selbstachtung «. Der Landeskirchenrat bedauerte, dass in der aktuellen Situation »mit Bub ein Mann mit ausgewiesenem partizipatorischen Führungsstil nicht erfolgreich arbeiten konnte«. Ausdrücklich gewürdigt wurde Bub für sein großes Bemühen, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Auch der Verwaltungsratsvorsitzende der Rummelsberger Anstalten, Jörg Kruttschnitt, nannte Bubs Rückzug schmerzhaft. Die Rummelsberger Diakonie steht wegen Vorgängen, die vor Bubs Amtszeit lagen, in der Kritik. Wie bekannt wurde, hatte der vor zwei Jahren zum Rücktritt gezwungene Bierlein zusätzlich zu seinem Pfarrersgehalt monatlich 2.000 Euro Sonderzahlungen kassiert. Außerdem bekam ein im Streit ausgeschiedener Geschäftsführer 450.000 Euro als Abfindung. Gleichzeitig hatte die Diakonie ein Zeitarbeitsunternehmen betrieben, das Mitarbeiter zu Niedrigtarifen beschäftigte. Bub war vor seiner Amtszeit in Rummelsberg Dekan in Neumarkt. Er will bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterhin zur Verfügung zu stehen und dann in den Dienst der evangelischen Landeskirche zurückgehen. epd Dirk Johnen / Peter Reindl
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