05. Januar 2010  | | Predigt für den Frieden Kritik an Käßmann aus SPD und CDU
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HANNOVER. Die Kritik an der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, reißt nicht ab. Nach ihren umstrittenen Äußerungen zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ging gestern auch die Bundesregierung auf deutliche Distanz zur hannoverschen Landesbischöfin. Käßmann hatte sich in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel mehrfach kritisch zum Afghanistan-Einsatz geäußert. Es kann nur darum gehen zu fragen, wie wir einen geordneten Rückzug antreten und wie eine zivile Lösungsstrategie gefunden werden kann, hatte sie unter anderem gesagt.
Führende Politiker von Union und SPD hatten ihr daraufhin Amtsmissbrauch und Populismus vorgeworfen. Es gibt hier eine Meinungsverschiedenheit, sagte Vize- Rierungssprecher Christoph Steegmans gestern. So wie andere Meinungen unseren Respekt haben, sollten auch diejenigen Respekt erfahren, die es sich ja mit einer Entscheidung für den Afghanistan-Einsatz nicht leicht gemacht haben oder nicht leicht machen. Auch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) erklärte, er teile Käßmanns Ansichten nicht. Sie sollte ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz nicht für die evangelischen Kirchenmitglieder äußern. Die Angegriffene wies die Kritik zurück. Sie habe nie den sofortigen Abzug der Bundeswehr gefordert, sagte die Bischöfin der Bild. Aber für unsere Kirche ist klar: Wir brauchen einen erkennbaren Plan für den Abzug. Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Klarstellung. Käßmann wolle lediglich die zivile Komponente des Engagements in Afghanistan in den Vordergrund stellen. Das entspricht genau auch meinem politischen Ansatz, sagte der FDP-Chef. Deutschland ist mit 4500 Soldaten am Hindukusch engagiert.
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