12. Februar 2010  | | Gebäudereinigung und Dachdecker Weg frei für weitere Mindestlöhne |
Für die rund 900 000 Beschäftigten in den Branchen Gebäudereinigung und Dachdeckerhandwerk soll es schon bald einen flächendeckenden Mindestlohn geben. Arbeitgeber und Gewerkschaften stimmten im sogenannten Tarifausschuss am Donnerstag einstimmig dafür. Die Tarifparteien hatten sich im Oktober auf einen neuen Mindestlohn verständigt, der an die 2009 ausgelaufene Regelung anschließen soll. Damit er in Kraft tritt, muss ihn Arbeitsministerin Ursula von der Leyen per Verordnung für allgemeinverbindlich erklären. Dies hatte sie für den Fall eines einstimmigen Votums zugesagt. Von der Leyen versprach daher in Berlin eine zügige Umsetzung. Sobald dies geschehen ist, haben in Westdeutschland alle Gebäudereiniger im Innenbereich Anspruch auf mindestens 8,40 Euro pro Stunde - 25 Cent mehr als bisher. Das entspricht einem Lohnplus von drei Prozent. Das Mindestentgelt von Fassaden- und Glasreinigern liegt künftig im Westen bei 11,13 Euro. In Ostdeutschland sind die Mindestlöhne niedriger. Sie betragen 6,83 Euro für die Innenreinigung und 8,66 Euro für die Außenreinigung. Bei Dachdeckern gibt es einen Mindestlohn für alle, und der liegt künftig bei 10,60 Euro. Insgesamt arbeiten in den beiden Branchen 900000 Menschen. Seine Gewerkschaft gehe davon aus, dass nun auch das gesamte Kabinett den Untergrenzen zustimme, sagte Gregor Asshoff, Leiter der Grundsatzabteilung der IG BAU. Denn die FDP habe signalisiert, dass sie Mindestlöhne passieren lasse, wenn der Tarifausschuss zuvor Ja gesagt habe. DGB-Chef Michael Sommer sagte, damit würden fast eine Million Beschäftigte vor Lohndumping geschützt.
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