19. Februar 2010  | | Käßmann kritisiert FDP-Chef
EKD-Chefin Margot Käßmann knöpft sich Westerwelle vor |
HANNOVER. Bei der Debatte um soziale Leistungen redet Margot Käßmann nicht um den heißen Brei herum. Ich fürchte, durch Westerwelles Aussagen bekommen wir eine weitere Drehung in der Spirale hin zu einer Neidgesellschaft, rügte die hannoversche Landesbischöfin die Spätrömische Dekadenz- Aussage von Guido Westerwelle. Der Tageszeitung sagte sie: Ich finde es despektierlich gegenüber Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind. Die Ratschefin der Evangelischen Kirche in Deutschland kündigte an, das Gespräch mit der FDP zu suchen. Und kann sich auch schon einen Rahmen dafür vorstellen. Ich würde gerne mal mit Herrn Westerwelle in eine Jugendwerkstatt gehen, dahin, wo die Jugendlichen sind, die es alleine niemals schaffen werden. Ich denke, dass manche, die in wohlsituierten Umständen leben, keine Vorstellung davon haben, wie hoffnungslos einige inzwischen sind. Eine Lanze für Westerwelle wurde in Hannover aber auch gebrochen. Der FDP- Bundestagabgeordnete Patrick Döring sagte: Mit ihrer einseitigen Parteinahme tut Frau Käßmann der Sache keinen Gefallen. Westerwelle habe nur eine simple Wahrheit betont: Dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss, als der, der nicht arbeitet. (!?)
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