22. Februar 2010  | | Kaum Interesse bei Schülern Pflegeberufe haben ein Imageproblem Auszubildende sind mit ihrer Wahl sehr zufrieden
| Fast 95 Prozent der Auszubildenden in der Pflege würden laut einer Studie diesen Beruf wieder wählen. Viele von ihnen betonen dabei Spaß und Freude, die diese Arbeit trotz der hohen Belastung mit sich bringt, wie eine Studie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen ergab. Dem steht laut der Untersuchung die Erkenntnis gegenüber, dass Pflegeberufe derzeit sowohl für Schüler als auch für Eltern ein eher negatives Image haben. Nur wenige Schüler erwögen überhaupt, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Klar ist, dass ohne zusätzliche Bemühungen keine Veränderung der Berufswahlmotivation für Pflegeberufe zu erwarten ist, sagte der Leiter der Studie, der Pflegewissenschaftler Stefan Görres. Die Motivation zur Wahl eines Pflegeberufes ist laut der Studie derzeit bei Schülern äußerst gering. 1,9 Prozent der Jungen an allgemeinbildenden Schulen ziehen eine solche Wahl in Betracht, bei den Mädchen sind es 10,4 Prozent. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Schultypen. Für 11,4 Prozent der Hauptschüler, 5,3 Prozent der Realschüler und nur 3,4 Prozent der Gymnasiasten kommt ein Pflegeberuf infrage. Eine Tätigkeit in der Altenpflege, wo die größten Personalprobleme bestehen, können sich nur 3,8 Prozent der Schüler vorstellen. Als häufigste Gründe für die ablehnende Haltung wird Mangel an Interesse und persönlichen Voraussetzungen angegeben. Zudem sind die Schüler kaum über´das Berufsbild informiert. Gerade die Jungen hätten oft ein Klischeebild über Pflegeberufe, so die Untersuchung. In Anbetracht dieser Ergebnisse ercscheinen die unten dargestelleten Bemüngen der niedersächsischen Sozialministerin zur Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe eher hilflos. Pflegeberufe sollen attraktiver werden HANNOVER. Pflegeberufe sollen in Niedersachsen für Berufsanfänger attraktiver gemacht werden. Ein neues Ausbildungssystem müsse auch Quereinsteigern den Weg in den Beruf ermöglichen, sagte am Freitag Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Mit der Einführung einer Berufsfachschule habe das Land bereits den ersten Schritt getan. Hier könnten auch Hauptschüler in den Beruf einsteigen. Neben dem Berufsabschluss wird der Realschulabschluss erreicht, so dass der Weg in weiterführende Ausbildungen möglich ist, betonte Ross-Luttmann. Um die Attraktivität der Pflegeberufe zu erhöhen, unterstützt das Land die Ausbildung finanziell. Der 50-Euro-Zuschuss des Landes zu den Schulkosten wurde bereits für 515 Pflegeschüler beantragt. 249 Pflegeeinrichtungen beantragten zudem Prämien für 643 Lehrstellen. Sie zeigte sich offen für die Gründung einer Kammer für Mitarbeiter in Pflegeberufen, wie sie SPD und Grüne analog zur Ärztekammer fordern. Aber: Wir wären nicht gut beraten, eine solche Entscheidung über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu treffen, sagte Ross-Luttmann.
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