12. Juli 2010  | | Neue AOK-Studie: Hohe Ausfälle bei psychischen Leiden
Stress macht viele Beschäftigte krank |
Der Stress im Job ist gewachsen psychische Erkrankungen haben deutlich zugenommen, deshalb fehlen in Deutschland immer häufiger Beschäftigte wegen psychischer Krankheiten. Im Jahr 2009 waren seelische Leiden für 8,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage verantwortlich, im Jahr 2008 waren es noch 8,3 Prozent gewesen, wie aus einer Umfrage unter Versicherten der AOK hervorgeht. In den vergangenen zwölf Jahren ist der Anteil psychischer Krankheiten an den Fehltagen sogar um mehr als 80 Prozent gestiegen. Dabei sorgt eine psychische Krankheit im Schnitt für besonders hohe Ausfälle. Die Fehlzeit war mit durchschnittlich 22,6 Tagen je Fall so lang wie bei keiner anderen Erkrankung. Bei Erkrankungen der Atemwege etwa fehlten die Betroffenen im Schnitt nur 6,5 Tage. Eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit dauerte 17,3 Tage. In den letzten Jahren haben psychische Erkrankungen kontinuierlich zugenommen, erklärte Helmut Schröder, Mitherausgeber des Reports und Vizechef des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Dieses hatte die Untersuchung, die auf den Fehlzeiten von 9,7 Millionen Versicherten beruht, zusammen mit Forschern der Universität Bielefeld ausgewertet. Die IG Metall forderte die Unternehmen angesichts der zunehmenden seelischen Leiden zum Handeln auf. Psychische Erkrankungen drohen zur Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts zu werden, wenn nicht die Ursachen in den Betrieben angegangen werden, erklärte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Sie gingen vor allem auf die Zunahme von arbeitsbedingtem Stress und psychischen Belastungen in der Arbeitswelt zurück.
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