14. Juli 2010  | | Streit um Zeitarbeitslöhne:
Brüderle lehnt Mindestlohn ab FDP-Fraktion prüft fairen Lohn für Leiharbeit |
Berlin: In der Koalition bahnt sich ein Streit um einen gesetzlichen Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche an. Die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestrebte gesetzliche Lohnuntergrenze als Schutz heimischer Arbeitnehmer vor Billigkräften aus dem Ausland, lehnt Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ab. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit eröffnet Deutschland auch Chancen. In einigen Branchen besteht akuter Fachkräftebedarf, sagte Brüderle. Ein Spitzentreffen zwischen ihm und von der Leyen verlief ergebnislos. FDP-Fraktion prüft fairen Lohn für Leiharbeit Unterdessen hat hingen der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, einen fairen Lohn für Leiharbeiter gefordert. Nach einer Einarbeitungszeit und einer befristeten Zeit danach müsse es für Leiharbeiter die Angleichung der Entlohnung an die Stammbelegschaft geben, erklärte Kolb am Montag in Berlin. Die FDP-Fraktion wolle daher die derzeitige Möglichkeit zeitlich begrenzen, per Tarifvertrag vom Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" abzuweichen. Eine faire Entlohnung sei Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz und für den künftigen Bestand der Leiharbeit, eines der wichtigsten arbeitsmarktpolitischen Instrumente, erklärte Kolb. Sie diene der flexiblen Reaktion auf Auftragsschwankungen, sei aber kein Mittel zum Ersetzen von Stammbelegschaften.
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