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27. August 2010

 

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Neue Studie über Hartz-IV-Bezieher

Keine „soziale Hängematte“

 

MÜNCHEN. Statt es sich in der „sozialen Hängematte“ bequem zu machen, gehen viele Hartz-IV-Bezieher mit einem großen Zeitaufwand für die Gesellschaft nützlichen Tätigkeiten nach. Das hat eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) ergeben. Ihre Motivation und Flexibilität bei der Jobsuche ist der Untersuchung zufolge häufig höher als bei regulär Erwerbstätigen – allerdings erleben sie auch viel mehr Frustrationen

 

 

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 26.8.2010

Jeder zweite Hartz-IV-Empfänger geht einer nützlichen Tätigkeit nach


Mehr als die Hälfte der Arbeitslosengeld-II-Empfänger zwischen 15 und 64 Jahren geht mindestens 20 Stunden pro Woche einer nützlichen Tätigkeit nach. Sie erziehen Kinder unter sieben Jahren, pflegen Angehörige, arbeiten und benötigen dennoch ergänzendes Arbeitslosengeld II, bilden sich weiter oder befinden sich in einer Fördermaßnahme. Das zeigt eine repräsentative Befragung von mehr als 10.000 Hartz-IV-Beziehern durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Nur etwa 60 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Empfänger zwischen 15 und 64 sind daher laut IAB überhaupt verpflichtet, aktuell nach Arbeit zu suchen. Von denen bemühe sich die große Mehrheit tatsächlich um einen Job. Die Erfolge seien aber relativ bescheiden: Lediglich etwas mehr als ein Viertel der Suchenden hatte in den vier Wochen vor der Befragung ein Vorstellungsgespräch. Die Arbeitsmarktforscher sehen das als Indiz dafür, „dass bei der Mehrheit der Leistungsempfänger die Motivation nicht der Hauptgrund für den andauernden Bezug ist.“

Mehr als 80 Prozent der Hartz-IV-Empfänger zwischen 15 und 64 weisen Arbeitsmarkthemmnisse auf: Sie haben nur geringe Qualifikationen, eine schlechte Gesundheit, einen Migrationshintergrund oder sind alleinerziehend.

Der IAB-Studie zufolge sind die meisten Hartz-IV-Empfänger bereit, auch eine gering bezahlte Arbeit anzunehmen. Gleichzeitig gebe es aber auch rund 350.000 Leistungsempfänger, die keiner Tätigkeit nachgehen und eigentlich zur Arbeitssuche verpflichtet wären, jedoch in den vier Wochen vor der Befragung nicht nach einem Job gesucht haben. „Diese Gruppe besteht zu großen Teilen aus älteren Hilfebedürftigen und beschreibt sich gesundheitlich als stark eingeschränkt“, merken die Arbeitsmarktforscher in ihrer Studie dazu an.

Derzeit gibt es mehr als 6,5 Millionen Hartz-IV-Empfänger. Davon sind knapp fünf Millionen zwischen 15 und 64 Jahren alt.

Die IAB-Studie steht im Internet unter      http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb1510.pdf.

 
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