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22. Januar 2012

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Schlecht bezahlte Minijobs:


Sackgasse für Millionen

 

Desaströse Bilanz für den Minijob-Boom

 

Minijobs entwickeln sich Studien zufolge zunehmend zur Niedriglohnfalle. Vor allem Frauen und Hartz-IV-Empfänger werden dabei durchweg schlechter bezahlt als andere Beschäftigte, ergaben die Untersuchungen der Hans-Böckler-Stiftung (HBS). Unternehmen nutzten Minijobs ganz offensichtlich systematisch dazu, um Personalkosten zu drücken. Fast 90 Prozent der Minijobber werden demnach mit Niedriglöhnen abgespeist. Beschäftigte, die gleichzeitig Hartz IV beziehen, verdienen besonders wenig. „Die Unterschiede sind deutlich“, sagte HBS-Arbeitsmarktexperte Alexander Herzog-Stein. 58 Prozent der 1,2 Millionen Beschäftigten, die in Deutschland weniger als 5 Euro die Stunde erhielten, arbeiteten in Minijobs.

Für HBS-Expertin Dorothea Voss sind Minijobs „ein Schlupfloch zur Umgehung gesetzlicher und tariflicher Bestimmungen“. Ihre Kollegin Christina Klenner sagte, Minijobs seien nur für eine Minderheit von Frauen ein Hinzuverdienst. „Es besteht ganz klar Handlungsbedarf. Der Ausbreitung des Niedriglohnsektors muss ein Riegel vorgeschoben werden“, meint Hubertus Heil, Vize-Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, gegenüber Pressevertretern.

 

Prekäre Beschäftigung auf dem Vormarsch

 

HANNOVER. Die Wirtschaft floriert – doch zu mehr Vollzeitstellen hat der Aufschwung zunächst offenbar nicht geführt. Nach Angaben der Hans-Böckler-Stiftung ging die Anzahl der sogenannten Normalarbeitsverhältnisse – unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeittätigkeiten, die keine Leiharbeit sind – sogar zurück. Von 2008 bis 2010, den aktuellsten verfügbaren Daten, sank die Zahl der Vollzeitstellen bundesweit um 133?000. Zeitgleich nahmen Teilzeitarbeit und Minijobs jedoch stetig zu. In Niedersachsen machten Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit mehr als 40 Prozent der Beschäftigung aus. 

 

Schlecht bezahlte Minijobs:

Sackgasse für Millionen

 

Minijob-Beschäftigte werden vielfach systematisch geringer bezahlt als andere Beschäftigte - obwohl das verboten ist. Offenbar nutzen Unternehmen Minijobs gezielt, um Personalkosten zu drücken. Eine Brücke in stabile Beschäftigung bilden sie nur selten.

Demnächst soll die Verdienstgrenze in Minijobs von 400 auf 450 Euro steigen. Darauf hat sich kürzlich die Regierungskoalition verständigt. Zeitgleich geraten die staatlich geförderten geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse immer stärker in die Kritik: Der Deutsche Juristentag, der Deutsche Frauenrat und die Wissenschaftler, auf deren Expertise der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung beruht, warnen vor den hohen sozialen Folgekosten der Minijobs. Drei neue Studien, an denen Forscherinnen und Forscher der Hans-Böckler-Stiftung beteiligt sind oder die von der Stiftung gefördert werden, machen deutlich, wie groß das Problem ist: Die geringfügige Beschäftigung sei längst aus dem Ruder gelaufen, konstatieren Dorothea Voss, Christina Klenner und Alexander Herzog-Stein, Arbeitsmarktexperten der Hans-Böckler-Stiftung.

 

Weiter siehe auf der Website der Hans Boeckler Stiftung    >> hier

 

 
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